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Grevenbroich: Standort für Waldkindergarten gesucht

Grevenbroich : Standort für Waldkindergarten gesucht

Verwaltung und Politik begrüßen die Initiative für den ersten Waldkindergarten. Er soll ab August 2016 die ersten Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahre aufnehmen können. Nun beginnt die Suche nach möglichen Standorten im Stadtforst.

Jubel bei Birgit Pydde, Dorothee Gassen und Susan Sosinka: Sie stellten jetzt im Jugendhilfe-Ausschuss ihr Konzept für den ersten Waldkindergarten in Grevenbroich vor - und trafen damit auf Beifall von Politikern aller Fraktionen. "Das ist ein Beispiel, wie Grevenbroich attraktiver werden könnte", lobte etwa Daniel Rinkert für die SPD. - "Wir sollten alles unternehmen, damit dieses Vorhaben auch realisiert werden kann", sagte Heike Troles (CDU). Markus Schumacher (FDP) und Hildegard Florack (UWG) waren gleicher Meinung.

Dieses Angebot wird auch für die Stadtverwaltung unverzichtbar, wenn sie die Betreuungsquote halten will. So werden etwa im Neubaugebiet Kapellen die Kinderzahlen weiter steigen. "Wir stehen unter massiven Druck", machte Dezernent Michael Heesch deutlich. Und für die finanzschwache Stadt ist das Angebot der Elterninitiative "Waldkindergarten Grevenbroich" nicht nur aus pädagogischen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen interessant. "Der Betriebskostenzuschuss in Höhe von 45 000 Euro pro Jahr ist deutlich günstiger als der Neubau einer Kita", sagte Heesch.

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Die Elterninitiave, die den Walkindergarten in Eigenregie führen will, ist als Verein eingetragen und wird nun einen Antrag für den Betrieb beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) stellen. Ihr Zeitplan: "Wir wollen im Kindergartenjahr 2016 mit 20 Kindern, darunter sechs Zweijährige, starten", erläuterten Gassen und Sosinka. Bis dahin ist aber noch die Standortfrage zu klären - und die ist laut Stadtförster Frank Wadenpohl nicht unproblematisch. "Wir müssen einige Kriterien berücksichtigen, in erster Linie die Verkehrssicherheit. So sollte der künftige Standort nicht unmittelbar von hohen Bäumen umgeben sein", sagte er.

Der Stadtförster war begeistert von der Idee, den Mädchen und Jungen durch unmittelbare Erfahrungen in der Natur Lernanreize zu bieten. Aus eigener Erfahrung wisse er, wie sehr sich Kinder für den Wald und seine Bewohner begeistern lassen. Die Betreuer des Waldkindergartens sollen sich - unabhängig vom Wetter - mit den Kleinen in der Natur aufhalten. "Ideal wäre auch ein Bauwagen oder ein festes Gebäude, das mit WC und Waschbecken, einer Teeküche, Wickelplatz und Rückzugsmöglichkeit ausgestattet ist", erläutert Dorothee Gassen. Die Eltern hätten sich bereits über bestehende Waldkindergärten in Neuss-Rosellerheide und Dormagen-Knechtsteden informiert, sich dort auch Anregungen für ihr eigenes pädagogisches Konzept geholt.

Dass das neue Angebot auch neue Familien für den Wohnort interessieren könnte, das hat der Verein bereits aus einer Anfrage über die Homepage erfahren: "Eine Familie aus Düsseldorf interessiert sich für unser Projekt", erläuterte Sosinka. Alle anderen, die sich über den Waldkindergarten informieren wollen, haben dazu am kommenden Samstag, 24. Mai, um 15 Uhr die Gelegenheit: Interessierte Familien treffen sich am kleinen Parkplatz am Fuß des Welchenbergs in Neuenhausen; Navigationshilfe ist unter Telefon 0163 4797999 erhältlich. Weitere Infos auf "www.waldkindergarten-grevenbroich.de".

(NGZ)