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Grevenbroich: Stadtteil-Paten gesucht

Grevenbroich : Stadtteil-Paten gesucht

Das Integrationsprojekt "Mach mit" in Grevenbroich-Nord läuft im Sommer aus – die Arbeit geht weiter. Stadtteil-Paten sollen künftig Zuwandererfamilien bei Fragen rund um Erziehung und Bildung unterstützen.

"Mach mit – gemeinsam für Grevenbroich-Nord" steht auf einem Plakat – der Projektname ist zugleich Programm. "Wir wollen Eltern aus Zuwandererfamilien dafür sensibilisieren, sich intensiv für die Bildung ihrer Kinder zu engagieren, sich aktiv am Schulleben zu beteiligen", erklärt Projekt-Leiterin Ayse Ulufer.

Das vom Bundesamt für Migration und dem Rhein-Kreis geförderte Projekt läuft im August aus – doch die Arbeit in Elsen, Orken und Noithausen, wo viele Migranten wohnen, soll weitergehen. Ulufer sucht noch Stadtteil-Paten, die künftig unter anderem bei Bedarf Migranten-Familien besuchen und bei der Entwicklung ihrer Kinder vom Kindergarten bis zum Schulabschluss begleiten, über Erziehungs- und Bildungsangebote informieren, Info-Veranstaltungen organisieren. Vor drei Jahren wurde das "Mach mit"-Projekt bei der Arbeiterwohlfahrt ins Leben gerufen. Nach wie vor haben Kinder aus Zuwanderer-Familien deutlich geringere Bildungschancen als andere: 13,3 Prozent der 15- bis 19-Jährigen verlassen laut Bundesregierung ohne Abschluss die Schule, fast doppelt so viele wie ohne Migrationshintergrund. Die Zahl der Abiturienten ist dagegen unterdurchschnittlich.

Das "Mach mit"-Projekt setzt bei den Eltern an, will deren Erziehungskompetenz stärken, damit sie ihre Kinder besser unterstützen können. Doch häufig ist eine Sprach-Barriere zu überwinden: "Wenn Eltern nicht gut Deutsch sprechen, haben sie oft Hemmungen, zum Elternsprechtag zu gehen, mit Lehrern zu reden oder auch Kontakte zu anderen Eltern zu knüpfen", beobachtet Margarete Meertz, die wie Iris Goeres-Liedtke beim Projekt mitarbeitet.

Ayse Ulufer hilft, Schwellenängste abzubauen, unterstützt bei Gesprächen etwa in der Schule, vermittelt Förderangebote, stellt Kontakte her. Regelmäßig hält sie Sprechstunden bei der Awo, in der Hans-Sachs-Hauptschule oder im Familienzentrum "Traumzauberhaus". "Das Interesse vieler Eltern aus Einwanderer-Familien an Bildungs- und Erziehungsfragen ist groß", stellt sie fest. Zwei Mal im Monat öffnet an der Orkener Hauptschule ein Eltern-Café, auch ein Frauengesprächskreis wurde eingerichtet. "Dazu laden wir oft Referenten zu Bildungs- und Erziehungsthemen, Gesundheit oder Ernährung ein." Ebenso wichtig: Die Eltern können dabei Kontakte knüpfen, Netzwerke aufbauen.

Das Erreichte soll weitergeführt, ausgebaut werden. "Wir suchen engagierte Menschen, die sich als Multiplikatoren für ihren Stadtteil und die Schulen dort einsetzen möchten", sagt Ulufer. 14 Stadtteil-Paten – alle haben selbst einen Migrationshintergund – haben sich schon gemeldet. In Kürze beginnt ihre Schulung. Wer noch mitmachen will, kann sich unter Tel. 02181 232521 an Ayse Ulufer wenden.

(NGZ)