1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Stadtpark Grevenbroich: Senioren ärgern sich über fehlende Sitzbänke

Stadtpark Grevenbroich : Senioren ärgern sich über fehlende Bänken

Stadtverwaltung baute Sitzgelegenheiten ab und konzentrierte sie an einer Stelle. Weitere Ruhebänke sind nicht geplant.

Ist der Stadtpark ein lohnendes Ziel für ältere Menschen? „Definitiv nein“, sagt Hans Hammelstein. Denn dem Ehrenmitglied der Senioren-Union fehlt es in Grevenbroichs grüner Lunge schlichtweg an Bänken. „Da muss noch kräftig nachgesteuert werden“, fordert der 82 Jahre alte Elsener.

Im vergangenen Sommer hatte Hammelstein bemängelt, dass die Stadt insgesamt vier Ruhebänke aus dem Park entfernt hatte. Die sind zwar nun nach einer Reparatur wieder in die Grünanlage zurückgebracht worden, stehen aber nicht mehr an ihren alten Plätzen. „Sie stehen jetzt mit drei weiteren Bänken auf der halbrunden Terrasse am großen Teich“, schildert das ehemalige Ratsmitglied. Das sehe zwar sehr gut aus – doch: „Leider wird dieses Ensemble oftmals von Zeitgenossen genutzt, die die Stadt dort am liebsten nicht sehen würde“, sagt Hans Hammelstein. „Da diese Leute nun aber mal da sind, sollten weitere Sitzgelegenheiten an anderer Stelle geschaffen werden, damit sich alte Menschen oder Familien mit Kindern auch mal hinsetzen können.“ Ohnehin seien sieben Bänke – und dann auch noch konzentriert an einer Stelle – viel zu wenig für einen Park dieser Größe. „In der Nähe des Museums oder am Erftufer wäre noch reichlich Platz“, meint Hammelstein.

Die Grevenbroicher Senioren-Union (SU) möchte sich nun dieses Themas annehmen. „Wir werden uns die Situation vor Ort ansehen, um uns ein Bild zu verschaffen“, sagt Vorsitzender Ewald Wörmann. Sollte sich herausstellen, dass es im Park tatsächlich ein Bank-Problem gibt, will die SU über die CDU-Fraktion einen entsprechenden Antrag stellen, der in den Rat eingebracht werden soll.

Über weitere Bänke für den Park wird im Rathaus nicht nachgedacht, signalisiert Stephan Renner. Die vier Sitzgelegenheiten seien aus gutem Grund von ihren alten Standorten entfernt worden, weil sie dort Treffpunkt von Junkies oder Alkoholabhängigen waren. „Wir haben uns daher für eine Konzentration an einem zentralen Standort entschieden – nämlich auf der Terrasse am Teich, die durch das Engagement des Stadtparkvereins freigeschnitten wurde und wieder zu einem belebenden Element geworden ist“, sagt Renner. Die Mitarbeiter des Ordnungs- und Servicedienstes (OSD) der Stadt würden verstärkt darauf achten, dass es dort nicht zu Nutzungs-Konflikten kommt.

Hans Hammelstein will aber nicht aufgeben und tapfer für weitere Bänke kämpfen. „Grevenbroich hat tolle Parks, aber viel zu wenig Sitzmöglichkeiten für ältere Menschen.“ So habe die Stadt schon vor Jahren im Garten des Hauses Hartmann sämtliche Bänke entfernt, „die traurigerweise wohl heute im Bauhof in Noithausen schlummern“.