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Grevenbroich: Stadtmarketing soll verbessert werden

Grevenbroich : Stadtmarketing soll verbessert werden

Nach einer IHK-Studie sind nicht alle Akteure mit dem Stadtmarketing zufrieden. "Problem erkannt", sagt Bürgermeisterin Ursula Kwasny.

In Grevenbroich sind nicht alle Akteure mit der Zusammenarbeit des Stadtmarketings und der Werbegemeinschaften zufrieden. Das ergab eine Studie, die von der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein (IHK) beim Institut für angewandte Wirtschaftswissenschaften in Auftrag gegeben wurde. In dem Papier werden insgesamt 19 Kommunen im IHK-Bezirk miteinander verglichen. Die herausgearbeiteten Unterschiede und Handlungsempfehlungen sollen Vertreter aus Politik und Verwaltung dazu anregen, ihre eigenen Strategien zu diskutieren und zu überprüfen.

Das Stadtmarketing gehört in Grevenbroich zum Amt für Wirtschaftsförderung – und schneidet in der Studie relativ schlecht ab. Mit nur einem Mitarbeiter sei es etwa im Vergleich zu Dormagen personell unterdurchschnittlich ausgestattet. Und: Lediglich 15 Prozent des Aufgabenfeldes der Wirtschaftsförderung nehme das Innenstadtmarketing, nur fünf Prozent das Stadtteilmarketing ein. Zudem sei das zur Verfügung stehende Budget das geringste in der Vergleichsgruppe der mittelgroßen Kommunen.

Für die Studie wurden auch die Verantwortlichen der heimischen Werbegemeinschaften befragt. "Die Aussagen der Akteure sind nicht eindeutig", erklärt IHK-Geschäftsführer Andree Haack. Während eine Werbegemeinschaft die Zusammenarbeit als zufriedenstellend beurteile, sei die andere eher unzufrieden. Zwar fänden regelmäßige Abstimmungsgespräche statt, die Zusammenarbeit sei jedoch nicht institutionalisiert. "Größere Divergenzen gibt es unter anderem bei den Themen Leerstand und Gestaltung des öffentlichen Raums", erläutert Haack.

Für Ursula Kwasny, die Leiterin der städtischen Wirtschaftsförderung, ist das Ergebnis der Studie keine Überraschung. "Die IHK hat völlig recht", sagt die Bürgermeisterin: "Wir haben längst erkannt, dass die Wirtschaftsförderung unterbesetzt ist." Dies sei auch im Rahmen der jüngsten Haushaltsberatungen zur Sprache gekommen, die Stadt arbeite seither an einer Lösung des Problems. "Es wäre wünschenswert, wenn wir noch jemanden einstellen könnten. Das wird bei unserer schlechten Haushaltslage aber nicht möglich sein", betont Kwasny.

Das sieht Robert Jordan ähnlich: "Personell und finanziell ist das Stadtmarketing nicht gerade bestens ausgestattet. Aus dieser Situation heraus bewegen wir meiner Meinung jedoch noch eine ganze Menge." Jordan meint damit etwa Veranstaltungen und Freizeitangebote, die für mehr Attraktivität der Innenstadt sorgen sollen.

Nach einer Einschätzung der IHK gehen die zunehmenden Handlungsanforderungen an das Stadtmarketing mit sinkenden finanziellen Kapazitäten der Kommunen einher. "Umso wichtiger ist es, das Engagement der vielen privaten Akteure wie Händler, Dienstleister und Investoren zu nutzen und gemeinsam mit ihnen zusammenzuarbeiten", so Andree Haack. Schließlich würden funktionierende Zentren das Image einer Kommune über die Stadtgrenzen hinaus prägen.

(NGZ)