1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Stadt zu langsam für schnelles Internet

Grevenbroich : Stadt zu langsam für schnelles Internet

Die Vertragsverhandlungen zwischen Stadt und Investor "Deutsche Glasfaser" ziehen sich hin. Das Unternehmen möchte schnelles Internet ermöglichen. Kreis-Wirtschaftsförderer Jürgen Steinmetz wünscht sich Entschlossenheit.

Es hätte alles ganz schnell gehen sollen, doch jetzt steht die städtische Wirtschaftsförderung in der Kritik. Der Grund: Die Vertragsverhandlungen mit der Firma "Deutsche Glasfaser" ziehen sich weiter hin. Der Investor möchte in der Schlossstadt ein leistungsstarkes Glasfasernetz legen und so die Voraussetzung für eine schnelle und topmoderne Internetanbindung schaffen. Kosten für die Kommune: keine. Ein Pilotprojekt zwischen dem Rathaus und der Feuerwache sollte in Kooperation mit dem Gas- und Wasserwerk bereits im April losgehen. Bislang passiert ist nichts. Jetzt regt sich langsam Unmut. Der Vorwurf: Die Stadt sei zu zögerlich und übe sich als Bedenkenträger.

Dass es in Grevenbroich endlich losgeht, darauf wartet zum Beispiel Jürgen Steinmetz, der allgemeine Stellvertreter des Landrates. Aus gutem Grund: "Andere Kommunen im Rhein-Kreis sind ebenfalls an diesem Projekt interessiert, etwa Korschenbroich, Rommerskirchen und Jüchen", sagt Steinmetz, der das schnelle Internet gerne auf den Kreis ausweiten würde. Dieser Wunsch sei im Rahmen der Bürgermeisterkonferenz geäußert worden. Da die Initialzündung aber von Grevenbroich ausgehen sollte, wartet er nun auf positive Signale.

"Ich würde mir wünschen, dass es etwas schneller ginge", meint Jürgen Steinmetz mit einem Blick auf das Grevenbroicher Rathaus. Und das sagt er auch als Wirtschaftsförderer des Rhein-Kreises Neuss — denn: "Qualitativ hochwertige Datenleitungen sind mittlerweile ein wichtiger Standortfaktor — und Unternehmen prüfen genau, ob eine Kommune so etwas bieten kann. Wer beim Thema Internet nicht auf schnelle Verbindungen setzt, der macht etwas verkehrt."

Auch bei der NEW (ehemals: NVV) richtet man den Blick Richtung Grevenbroich. Das Unternehmen, das auch am Gas- und Wasserwerk Grevenbroich (GWG) beteiligt ist, kooperiert als Internetanbieter mit der "Deutschen Glasfaser". Peter Münch ist bei der NEW Ansprechpartner für die Kooperation mit der "Deutsche Glasfaser" und verweist auf das Beispiel Kreis Heinsberg. Dort ist die "Deutsche Glasfaser" bereits aktiv. Die Nachfrage der Bürger sei groß. "Das Projekt stärkt die Infrastruktur, das kommt an", sagt er. Falls Grevenbroicher ihr Interesse bekunden, könnten sie dies gerne schriftlich bei der NEW hinterlegen. "Wir leiten das dann an Stadt und ,Deutsche Glasfaser' weiter, um zu signalisieren: Da besteht Interesse."

Warum die Stadt so lange braucht? Rathaussprecher Andreas Sterken will darauf im Detail nicht eingehen — er sagt nur so viel: "Die Vertragsverhandlungen mit der Firma ,Deutsche Glasfaser' dauern weiterhin an." Einen Zeithorizont gebe es nicht, allerdings deutet Sterken an, dass der Stadtrat noch vor seiner Sommerpause eine Information erhalten wird. Dass den Politikern am 11. Juli bereits ein abschließender Vertrag vorgelegt werden könne, sei aber unwahrscheinlich.

(NGZ/ac)