Grevenbroich: Stadt will weg vom Image der Energie-Hauptstadt

Grevenbroich : Stadt will weg vom Image der Energie-Hauptstadt

Grevenbroich will weg vom Kraftwerks- und Tagebau-Image. Für die Kommune an der Erft soll künftig als Wohlfühl-Stadt geworben werden.

An einigen Ortseingängen stehen sie noch, die Schilder mit dem Schriftzug "Bundeshauptstadt der Energie". Nach und nach sollen sie aber verschwinden, denn der Slogan ist sozusagen ein Auslaufmodell. Die Stadtverwaltung will Grevenbroich ein neues Image verpassen — eines, das nicht nur allein auf die Braunkohle und die Kraftwerke fokussiert ist. "Damals, als der Hauptstadt-Spruch eingeführt wurde, war die BoA-Baustelle die größte in ganz Europa. Da passte der Slogan, weil er Neuigkeitswert hatte", sagt Rathaussprecher Andreas Sterken. Jetzt, mehr als zwei Jahre nach der Kraftwerks-Eröffnung, müsse sich die Stadt auf andere Werte besinnen.

Grevenbroich soll künftig mit seiner Vielfalt werben, um überregional auf sich aufmerksam zu machen. Das ist das Ziel des Stadtmarketing-Beauftragten Robert Jordan. Er denkt hierbei etwa an die direkte Lage Grevenbroichs an der Erft und die Grünanlagen der ehemaligen Landesgartenschau, die direkt an die Fußgängerzone grenzen. "Natur, Entspannung und Shopping liegen hier direkt nebeneinander, das macht Grevenbroich zu etwas Besonderem", meint Jordan. Diese und andere Merkmale sollen sich in einem Image-Film wiederfinden, dessen Dreharbeiten im Sommer beginnen werden. "Voraussichtlich im Herbst werden wir ihn auf unserer Homepage im Internet präsentieren", sagt Jordan. Kosten sollen der Stadt dabei nicht entstehen.

Nicht nur der grüne Stadtkern, sondern auch Ausflugsziele wie das Hülchrather Schloss, das Langwadener Kloster oder die Barrensteiner Whiskybar eignen sich als gute Werbung für die Stadt, befindet Jordan. Nicht zuletzt seien auch Spielspinne, der Stadtstrand Evita-Beach oder die im vergangenen Jahr gebaute BMX-Bahn so etwas wie Sympathieträger für Grevenbroich. "Auf diese Stärken werden wir je nach Zielgruppe aufmerksam machen: Radfahrer weisen wir etwa auf den Erftradweg hin, Unternehmen beispielsweise auf die unsere guten Verkehrsanbindungen", so Jordan.

Die Marketing-Bandbreite reicht von der City-App für Smartphones über den Auftritt im sozialen Netzwerk "Facebook" bis hin zu einem gedruckten "Führer für Frühstücksangebote" in der Stadt. "Die Kernbotschaft, die wir dabei rüberbringen wollen, heißt in jedem Fall: Grevenbroich hat viel zu bieten", betont Robert Jordan. Mit diesem "Slogan" sollen vor allem Besucher aus den umliegenden Metropolen für die Schlossstadt begeistert werden.

Ganz auf das Thema "Energie" soll aber dennoch nicht verzichtet werden: "Wir werben natürlich weiterhin mit dem größten und modernsten Braunkohlekraftwerk in Europa", betont Robert Jordan: "Aber die Energiegewinnung wird nicht mehr im Vordergrund stehen." Ein neues Logo wollen die Grevenbroicher für ihre Wohlfühlstadt-Kampagne nicht entwickeln, sie werden auf Bewährtes zurückgreifen. "In der Regel werden wir mit unserem Stadtwappen oder das für die Landesgartenschau erstellte ,Grevenbroich-G' auf uns aufmerksam machen", so Andreas Sterken.

(NGZ)
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