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Grevenbroich: Stadt will bei Mängeln schneller reagieren

Grevenbroich : Stadt will bei Mängeln schneller reagieren

Ein Südstädter beschwert sich – und wartet monatelang auf Antwort. Die Bürgermeisterin will nun das Verfahren im Rathaus beschleunigen.

Anwohner der Wöhlerstraße haben Probleme: Trotz Tempo-30-Zone wird laut Hans Wemmers oft zu schnell gefahren. Zudem würden geleerte Mülltonnen häufig den Bürgersteig blockieren. Seit langem setzt sich der 66 Jahre alte Rentner, der seit 30 Jahren an der Straße wohnt, für Änderungen ein. Doch nach einer Bürgermeistersprechstunde habe er erst nach einem Jahr Antwort aus dem Rathaus erhalten. Und auf sein letztes Schreiben vom 15. Januar an Bürgermeisterin Ursula Kwasny warte er noch auf Antwort. Er habe sich an Entsorger gewandt, 40 Unterschriften gesammelt und die Politik eingeschaltet. "Bislang ist nichts passiert. Ich und andere fühlen uns von der Stadt nicht ernst genommen", kritisiert Wemmers, er beklagt "Ignoranz und Desinteresse von Verwaltung und Dienstleistern".

Kwasny kündigt nun – nicht nur für diesen Fall – Konsequenzen an: "Ich werde das Beschwerdemanagement künftig bei mir im Bürgermeisterbüro ansiedeln, damit die Bürger schnellstmöglich Antwort erhalten." Die an die Stadtverwaltungen per E-Mail geschickten Anregungen und Hinweise auf Mängel sollen aber weiter im Hauptamt auflaufen.

Ist das lange Warten von Wemmers ein Einzelfall? "Das ist mir drei, vier Mal passiert", sagt Kwasny. Zwei Stellen im Büro werden bald neu besetzt. Ein Mitarbeiter dort solle sämtliche Bürgeranfragen an die Verwaltungschefin im Blick haben, damit Wartezeiten möglichst kurz ausfallen.

Im Falle von Wemmers' Anliegen kann davon keine Rede sein: Bereits Ende 2011 hatte er in der Sprechstunde die Probleme geschildert. "Viele Autos fahren bei uns viel zu schnell, obwohl Tempo 30 gilt", kritisiert er. Bei Messungen 2005 seien "in zwei Wochen 33 sogar schneller als Tempo 70" gefahren. "Die Raser bilden für Kinder und andere Fußgänger eine große Gefahr. Wir Anwohner fordern häufigere Messungen und Tempo-30-Markierungen auf der Fahrbahn", sagt Wemmers. Ein anderes Thema: Da der Bürgersteig nur etwa einen Meter breit sei, würden viele die Mülltonne auf dem Grundstückseingang bereitstellen. Das Problem: "Die Entsorger stellen die Tonnen oft nicht dorthin zurück, sondern mitten auf den Gehweg. Senioren mit Rollator oder Passanten mit Kinderwagen müssen auf die Fahrbahn ausweichen. Das ist gefährlich", so Wemmers.

Nach der Sprechstunde sei erst nach einem Jahr das Antwortschreiben eingetroffen. Kwasny entschuldigte sich für die "späte Antwort", die Stellungnahme fiel aber nicht im Sinne der Forderungen aus: Tempo-Markierungen male die Stadt generell nicht auf Fahrbahnen auf, heißt es etwa – und dass nach der Leerung Mülltonnen unverzüglich von der Straße zu räumen seien.

Nach seinem letzten Schreiben wartet er erneut seit sieben Wochen. "Das darf so nicht passieren", räumt Kwasny ein, sie habe das Schreiben an die zuständigen Stellen im Rathaus weitergereicht. "Bürger, die sich an mich wenden, erhalten zunächst Nachricht, dass ihr Brief eingegangen ist. Die Antwort auf ihr Anliegen sollten sie nach etwa drei Wochen haben." Doch sie bittet auch um Verständnis: "Meine Mitarbeiter müssen zahlreiche Anfragen beantworten, haben viel zu tun."

(NGZ/rl)