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Grevenbroich: Stadt verzichtet auf zusätzliche Radar-Kontrollen

Grevenbroich : Stadt verzichtet auf zusätzliche Radar-Kontrollen

Die Kommunen dürfen ihren Radarwagen verstärkt einsetzen. Im Rathaus ist man vom bisherigen Konzept überzeugt.

Die Stadt Grevenbroich wird in Zukunft nicht verstärkt Jagd auf Raser machen. "Wir suchen die Messstellen für unseren Radarwagen auch weiterhin nach den Gesichtspunkten ,besondere Gefahrenstellen' und Anliegerbeschwerden aus", erklärte Stadtsprecher Andreas Sterken.

"Wir rechnen weder mit Mehreinnahmen, noch ist die Anschaffung weiterer Radarmessgeräte vorgesehen. Dies würde allerdings ohnehin der politischen Willensbildung unterliegen." Damit reagierte die Stadt auf den jüngsten Vorstoß der rot-grünen Landesregierung.

NRW-Innenminister Ralf Jäger hatte den Ordnungsämtern der Städte und Kreise erlaubt, die Messungen von Geschwindigkeitsüberschreitungen im Straßenverkehr auszuweiten. Bislang durften die Kommunen ihre Radargeräte lediglich an Unfallbrennpunkten oder an "besonders schutzwürdigen Zonen" wie zum Beispiel Kindertagesstätten, Schulen und Seniorenheimen aufbauen. Die Lockerung dieser Regelung wird im Grevenbroicher Rathaus zwar begrüßt. "Im Sinne der Verkehrssicherheit unserer Bürger ist das sicher eine gute Sache", meint Sterken.

Entschieden tritt er allerdings Spekulationen entgegen, die Stadt könne den Vorstoß aus Düsseldorf nutzen, um durch verstärktes Blitzen zusätzliche Einnahmen zu generieren. Arnold Plickert, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), hatte gewarnt, dass bei den Kommunen Begehrlichkeiten geweckt werden könnten. Auch der ADAC hatte sich ob der neuen Blitz-Erlaubnis skeptisch geäußert und ein Abkassieren der Autofahrer befürchtet.

Im Grevenbroicher Rathaus wird dies zurückgewiesen. "Die Tempo-Kontrollen gelten ausschließlich der Verkehrssicherheit", betont Sterken. "Außerdem richtet sich die Anzahl der festgestellten Geschwindigkeitsüberschreitungen allein nach dem Verhalten der Verkehrsteilnehmer." Das allerdings war in Grevenbroich in den vergangenen Jahren in vielen Fällen nicht zwingend vorbildlich: Seit der Radarwagen vor drei Jahren umgerüstet wurde — seither kann in beide Fahrtrichtungen geblitzt werden — schnellte die Zahl der erwischten Temposünder nach oben. Es wurden rund 60 Prozent mehr Protokolle verteilt.

(NGZ)