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Grevenbroich: Stadt und Schulen fördern Sporttalente

Grevenbroich : Stadt und Schulen fördern Sporttalente

Die Stadtverwaltung, alle sieben weiterführenden Schulen und vier Sportvereine haben einen Vertrag unterschrieben, um Sporttalente besser zu fördern. Begonnen wird mit Basketball, Judo und Tischtennis. Doch noch fehlen Sponsoren.

Hinter dem Titel "Talentsichtung — Talentförderung — Bildungsangebote" steckt ein neues Projekt: Alle Grevenbroicher Schüler ab Klasse fünf können ihre sportliche Neigung ausprobieren. Steckt in ihnen etwa ein Basketball-Talent, fördern sie Trainer der "Elephants". Der Vorteil für die Basketballer, die 2015 die Rückkehr in die zweite Liga angepeilt haben: Sie können auf Nachwuchs aus der Region zurückgreifen. Die sieben weiterführenden Schulen profitieren ebenfalls: Sie können zusätzliche Sport-Angebote unterbreiten.

Das Konzept stellte gestern Initiator Josef Zanders, Leiter des Landesleistungszentrum NRW im Rhein-Kreis Neuss vor: "Die Kombination aus Sport und Bildung ist etwas Besonderes. Das Projekt wird den Standort Grevenbroich kräftiger strahlen lassen." Was noch fehlt: Geldgeber aus der Wirtschaft. Wie hoch die Kosten für die künftige Talentschmiede sein werden, dazu machte Zanders keine Angaben.

Bürgermeisterin Ursula Kwasny und Erster Beigeordneter Michael Heesch sind zufrieden: "Talente zu sichten und zu fördern, bringt neue Impulse für den Spitzen- und den Breitensport", sagte Heesch bei der Pressekonferenz. Aber: "Die Stadt Grevenbroich hat dafür kein Geld." Er hoffe jetzt nicht nur auf Mittel von Kreis und Land, sondern auch aus der Wirtschaft. Denn diese sind unverzichtbar, sagte auch Projekt-Initiator Josef Zanders: "Wir brauchen Sponsoren." Für sie interessant: Künftige Leistungssportler sollen bereits in der Schule, aber auch beim Start in den Beruf unterstützt werden: "Etwa bei der Berufswahl durch Dozenten der ,Hochschule für Oekonomie und Management' oder durch Praktika und Ausbildungsplätze in Unternehmen." Denn die Verbindung von Leistungssport und Berufsausbildung stelle laut Josef Zanders ein Problem in Deutschland dar.

Neben Basketball (Basketball Sportgemeinschaft BW) sollen zunächst Judo (TuS Germania) und Tischtennis (Tischtennisclub Blau-Weiß Grevenbroich und DJK Neukirchen) im Leistungszentrum angeboten werden. "Wenn von tausend Kindern zehn im Verein bleiben und in die erste Mannschaft kommen, dann ist das für uns schon ein Erfolg", sagt Wolfgang Latzel, zweiter Vorsitzender der Neukirchener Tischtennisspieler.

Die erste Generation von Fünft- und Sechstklässlern — insgesamt 900 Kinder — konnte bereits an einer Talentsichtung teilnehmen. Die Ergebnisse des Motoriktests sollen im Herbst vorliegen. "Danach soll den Schülern eine geeignete Sportart vorgeschlagen werden", so Josef Zanders. Trainer aus Sportvereinen könnten dann an Nachmittag Trainingseinheiten anbieten und dadurch die gezielte Nachwuchsfördrung übernehmen.

(NGZ)