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Grevenbroich: Stadt über Kahlschlag an Straßen nicht informiert

Grevenbroich : Stadt über Kahlschlag an Straßen nicht informiert

Viele Grevenbroicher ärgern sich über den Kahlschlag entlang der Landesstraßen und Autobahnen im Stadtgebiet.

Die vielen Bäume seien im Auftrag des Landesbetriebs Straßen NRW gerodet worden, ohne die Stadtverwaltung vorab zu informieren, sagte der städtische Beigeordnete Florian Herpel jetzt in der Ratssitzung. Es sei weder der Termin noch der Umfang der Fällungen bekannt gegeben worden.

Auf Anfrage der Stadtverwaltung habe Straßen NRW lediglich erklärt, dass die Rodungen zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer vorgenommen worden seien. "Der Rückschnitt erfolgte auf Stock", sagte Florian Herpel, der darauf hofft, dass die Gehölze so schnell wie möglich wieder austreiben - "so dass das verheerende Bild hoffentlich bald korrigiert wird".

Mit Blick auf den Kahlschlag an der Landstraße 116 oder am Autobahnzubringer in Kapellen sprach SPD-Fraktionsvorsitzender Horst Gerbrand von einem Frevel an der Umwelt, der nicht so ohne weiteres hingenommen werden könne. "Auf der einen Seite entwickeln wir lokale Klimaschutzpläne, während andererseits großflächig abgeholzt wird - das ist skandalös", sagte der Wevelinghovener gegenüber unserer Redaktion: "Vor allem auch, weil der Kahlschlag im waldärmsten Kreis des Landes passierte." Nach Meinung der SPD müsse der Landesbetrieb schnellstmöglich für Ersatzpflanzungen sorgen.

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Einen Grund für die auffällig vielen kahlen Stellen entlang der Straßen glaubte CDU-Ratsmitglied Stephen Haines aus Laach zu kennen: "Meines Wissens wurden Fremdfirmen vom Landesbetrieb mit den Rodungen beauftragt", sagte er. "Angeblich erhielten sie das dabei geschlagene Holz als Entgelt für ihre Arbeit und dürfen es weitervermarkten - das würde auch den immensen Kahlschlag im Stadtgebiet erklären", so Haines.

(wilp)