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Grevenbroich: Stadt sucht nach einer Lösung für das Wochenmarkt-Problem

Grevenbroich : Stadt sucht nach einer Lösung für das Wochenmarkt-Problem

Wohin mit dem Wochenmarkt in der Adventszeit? Auf die Breite Straße oder auf den Zehnthof? Diese Frage konnte der Stadtrat nicht abschließend klären. In Gesprächen mit Vertretern des Einzelhandels, der Stadtverwaltung und den Marktleuten soll nun eine Lösung gefunden werden, die alle zufrieden stellt.

Wird der Weihnachtsmarkt an der Kirche aufgebaut, weichen Obst-, Gemüse-, Fisch- und Blumenhändler regelmäßig auf die Breite Straße aus. Doch das ärgert den Werbering: "Verschiedene Händler sehen sich dadurch in ihrer Geschäftstätigkeit massiv behindert", beklagt Vorsitzender Fred Schlangen. Denn ausgerechnet während des Weihnachtsgeschäfts würden die Schaufenster von den Ständen zugebaut. Zwar gibt es mit dem Zehnthof eine Alternative, doch diesen Standort lehnen die Marktleute vehement ab. Sie erwarten dort Umsatzeinbußen. Indirekt unterstützt werden die sogenannten "Marktbeschicker" von der Ordnungsdezernentin Barbara Kamp. Sie verweist auf die Kosten einer Marktverlegung zum Zehnthof: immerhin rund 3460 Euro. Unklar ist, wer diese Zeche zahlen soll.

"Auf keinen Fall der Werbering", sagt Martina Suermann (SPD): "Denn er ist nicht der Verursacher." Vielmehr müsse die Stadt und der Weihnachtsmarktbetreiber Norbert Lupp für die Kosten aufkommen. "Schließlich hat die Verwaltung den Weihnachtsmarkt genehmigt, dagegen konnte sich der Werbering nicht wehren", so Suermann. Auch Stephen Haines (CDU) sieht sich auf die Seite des Einzelhandels: "Ich kann die Klagen der Geschäftsleute sehr gut verstehen, andererseits muss aber auch eine Lösung für die Marktstände gefunden werden."

Dass die Zehnthof heißen könnte, bezweifelt Manfred Hermanns (FDP): "Dieser Standort ist nicht geeignet. Er liegt in der Hauptwindrichtung, die Leute werden sich im Winter die Hacken abfrieren. Außerdem würde ich ihn aus Sicherheitsgründen nicht befürworten."

Ähnlich äußert sich der Werbering zur Breite Straße: "Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass beim Aufbau des Wochenmarktes kein Rettungsfahrzeug mehr zwischen den Ständen durchfahren kann", erklärt Fred Schlangen. Dass das ansonsten auf Sicherheit so bedachte Ordnungsamt erblinde, wenn es um den Wochenmarkt gehe, erscheine ihm "schon etwas merkwürdig". Stimmt nicht, meint Barbara Kamp: Feuerwehrchef Udo Lennartz habe ihr versichert, dass die Einsatzfahrzeuge gut durchkämen: "Sicherheitsbedenken sind unbegründet."

Wie geht's weiter? Die Bürgermeisterin will sich für eine Lösung des Problems einsetzen – selbstverständlich vor Weihnachten.

(wilp)