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Grevenbroich: Stadt spricht sich gegen Berufsfeuerwehr aus

Grevenbroich : Stadt spricht sich gegen Berufsfeuerwehr aus

Ein Loch von rund 50 Millionen Euro weist der Haushalt 2012 der Stadt auf – Sparvorschläge sollten da willkommen sein. Könnte die Stadt durch die Umwandlung ihrer Freiwilligen Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften in eine Berufsfeuerwehr mit angegliederten freiwilligen Löschzügen Geld sparen? In anderen Städten gibt's solche Überlegungen. Die 62 000-Einwohner-Stadt Herten wechselte 2011 das Namensschild ihrer Wehr gegen die Bezeichnung Berufsfeuerwehr aus, obwohl die 140 Ehrenamtler gegenüber den knapp 70 Hauptberuflern weiter in der Mehrheit sind. "Die Feuerwehr erhofft sich durch die Umwandlung nicht nur eine organisatorische Stärkung und Aufwertung, sondern auch finanzielle Vorteile", erklärt Sprecherin Nele Däubler. "Durch eine günstigere Beitragsstaffelung in der Unfallkasse NRW – 65 Prozent Ermäßigung statt bisher 25 Prozent – kann ein fünfstelliger Betrag jährlich eingespart werden." Das Geld werde in Schutzausrüstungen gesteckt.

Dormagen ist in der Diskussion

Auch in Dormagen rechnete Kämmerer Kai Uffelmann nach – und schlug die "Umbenennung des hauptamtlichen Teils der Freiwilligen Feuerwehr in Berufsfeuerwehr" vor. Laut Sprecher Harald Schlimgen würde die Stadt jährlich 15 000 Euro weniger für die Unfallversicherung zahlen. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann tritt Sorgen von Ehrenamtlern entgegen: "An der herausragenden Stellung des Ehrenamtes wird sich nichts ändern." Die Diskussion läuft.

Und Grevenbroich? Neben 200 Ehrenamtlern rücken hier etwa 40 Hauptberufler zu Einsätzen aus. "Bei uns ist die Berufsfeuerwehr kein Thema, wir erkennen darin keine finanziellen Vorteile", erklärt Stadtsprecher Andreas Sterken. Nur kreisfreie Städte seien zur Berufsfeuerwehr verpflichtet, kreisangehörige wie Grevenbroich könnten neben der freiwilligen Wehr eine einrichten. "Im Rhein-Kreis Neuss hat davon bisher keine Kommune Gebrauch gemacht, noch nicht einmal die 150 000-Einwohner-Stadt Neuss", so Sterken. "Unsere bisherigen Strukuren haben sich bewährt. Die Stadt sieht keine Veranlassung, sie zu ändern."

Ein Unterschied zwischen den beiden Organisationsformen besteht in der Führung: Der Leiter der Berufsfeuerwehr ist automatisch auch Leiter der Freiwilligen Kräfte, in der Freiwilligen Feuerwehr können diese Aufgabe dagegen personell getrennt werden.

(NGZ)