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Grevenbroich: Stadt spart jetzt auch am Blumenschmuck

Grevenbroich : Stadt spart jetzt auch am Blumenschmuck

Die Haushaltsmisere macht sich auch am Blumenschmuck bemerkbar. Viele Pflanzkästen im Stadtgebiet bleiben in diesem Frühling leer.

Es war ein schönes Bild: Geranien und Begonien in allen Farben sorgten in den vergangenen Jahren für bunte Tupfer auf dem Grevenbroicher Markt. Das wird es im nächsten Sommer so nicht mehr geben, denn der Stadt fehlt das Geld für den Blumenschmuck. "Leider", meint die Bürgermeisterin. Ursula Kwasny hofft nun auf Sponsoren, die dabei helfen, die Innenstadt freundlicher zu gestalten.

Beim Verkehrsverein, dem sie als Präsidentin vorsteht, hat Kwasny bereits angeklopft. Er soll dafür sorgen, dass die Blumenkästen an den Fenstern des Alten Rathauses wieder mit Geranien bepflanzt werden können. "Wir wollen die Stadt dabei gerne unterstützen", sagt Vize-Vorsitzender Lothar Zimmermann. Allerdings müsse erst geprüft werden, ob der Verein dieses Vorhaben finanziell stemmen kann. "Ich hoffe, dass das gelingen wird, denn ein blumengeschmücktes Rathaus wertet den Markt ungemein auf", meint Zimmermann.

Schon jetzt steht fest: Die an den Marktplatz-Laternen aufgehängten Blumenampeln bleiben in diesem Jahr leer. "Der Werbering würde die Pflanzen zwar stiften", sagt Kwasny: "Die Stadt müsste dann aber für die Bewässerung sorgen." Und das ist ein Problem für die Nothaushaltskommune. Denn die Wirtschaftsbetriebe berechnen ihr dafür während der Saison 50 Euro pro Laterne. Gleiches gilt für die Pyramiden an der Breite- und Kölner Straße, die ebenfalls ohne Blumen auskommen müssen. "Würden wir sie dennoch bepflanzen, hätten wir sofort die Kommunalaufsicht im Nacken", befürchtet Ursula Kwasny.

Lange vor den mahnenden Worten von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke haben die Wirtschaftsbetriebe bereits Pflanzen geordert, damit die Stadt zumindest in diesem Sommer nicht ganz ohne Blumen auskommen muss. Ab Mitte Mai rücken die Gärtner aus, um die Pflanzbeete mit 250 roten, 250 weißen und 3500 rosafarbenen Eisbegonien zu versehen. Darüber hinaus wurden 250 Hängegeranien für die Brücke am Wevelinghovener Wehr bestellt.

"Auch der Blumenfächer am Museum wird in diesem Jahr wieder mit 12 000 Knollenbegonien gestaltet, die bei jedem Wetter ihre Leuchtkraft behalten", erklärt Rathaussprecher Andreas Sterken. Seit der Landesgartenschau 1995 begeistert diese Anlage viele Parkbesucher, da die Farben der Begonien ineinander zu verlaufen scheinen — sie wechseln von Gelb über Goldorange zu Leuchtend- bis Scharlachrot. Ob sich die Stadt diese Pracht auch im nächsten Jahr noch leisten kann, ist derzeit offen.

Völlig kostenlos sind dafür die unzähligen Narzissen, deren Zwiebeln vor der Landesgartenschau im Stadtpark gesetzt wurden und seitdem in jedem Jahr erneut in einem leuchtenden Gelb auf dem Areal zwischen dem Museum und der Apfelweise präsentieren. "Ob sie zu Ostern blühen werden, ist zurzeit wegen des kalten Wetters noch ungewiss", meint Andreas Sterken. Dass der Frühling jedoch langsam Einzug im Stadtgebiet hält, belegen die bereits vereinzelt blühenden Frühlingsrhododendren, Schneeglöckchen und Schlehen im Gartenschaupark.

(NGZ/ac)