Grevenbroich: Stadt soll von Jüchener Terminal profitieren

Grevenbroich : Stadt soll von Jüchener Terminal profitieren

Niederländische Investoren planen einen Container-Umschlagplatz kurz hinter der Stadtgrenze. Bürgermeisterin Ursula Kwasny hofft auf Impulse für das interkommunale Gewerbegebiet mit Jüchen – das ist aber noch nicht genehmigt.

Niederländische Investoren planen einen Container-Umschlagplatz kurz hinter der Stadtgrenze. Bürgermeisterin Ursula Kwasny hofft auf Impulse für das interkommunale Gewerbegebiet mit Jüchen — das ist aber noch nicht genehmigt.

In Jüchen, direkt an der A 46 und der Bahnstrecke, soll ein großer Container-Terminal entstehen. Von diesem Projekt will auch Grevenbroich profitieren. Wenige 100 Meter weiter plant die Stadt gemeinsam mit der Nachgemeinde ein interkommunales Gewerbegebiet. Dieses Großvorhaben kam bislang nicht so recht voran. Stadt und Kreis gehen jedoch davon aus, dass sich das bald ändern könnte.

"Ein Warenumschlagplatz wie ein Container-Terminal ist ein wichtiger Faktor für die Ansiedlung weiterer Unternehmen aus der Logistik-Branche", sagt Landrats-Stellvertreter Jürgen Steinmetz mit Blick auf die Gewerbegebiets-Planung an der Stadtgrenze. Die unmittelbare Nähe zu den Autobahnen 46 und 540 biete erstklassige Vorteile, die nur wenige Standorte zu bieten hätten.

  • Jüchen : Politik sieht Millionen-Projekt als eine "wichtige Chance"
  • Jüchen : Großprojekt mit Bedacht umsetzen
  • Jüchen : Mit dem Rad am Rhein

Das sieht Bürgermeisterin Ursula Kwasny genauso. Auch sie geht davon aus, dass sich ein Container-Terminal positiv auf das interkommunale Gewerbegebiet auswirken wird: "Dieses Vorhaben könnte unserem gemeinsamen Projekt endlich Auftrieb geben", sagt sie: "Denn wir sind auf diese Flächen angewiesen, um neue Unternehmen im Stadtgebiet ansiedeln zu können."

Bisher hat die Bezirksregierung Düsseldorf die Genehmigung für die 42 Hektar große Areal nämlich nicht erteilt. "Die Fläche soll erst bei der Neuaufstellung des Regionalplans berücksichtigt werden, das würde bis 2015 dauern. Damit sind wir nicht zufrieden, das muss schneller gehen", so Steinmetz.

Das Container-Terminal wird von einer niederländischen Investorengruppe auf einer 8,5 Hektar großen Fläche geplant, die bisher als Parkplatz für Großveranstaltungen in Jüchen genutzt wurde. Das Investitionsvolumen beziffert Jan Starmans vom Unternehmen "Transporten BV" aus Kerkrade auf "bis zu 40 Millionen Euro". Ausgewählt wurde dieses Areal von Projektentwickler Norbert Bienen, Geschäftsführer der Mönchengladbacher Immobiliengruppe "Bienen und Partner". Bei der Auswahl sei auch die Nähe zu Grevenbroicher Firmen wie Hydro Aluminium wichtig gewesen.

"Inzwischen haben Gespräche zwischen den Investoren, RWE Power und der Bezirksregierung stattgefunden. Wir werden jetzt die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen", kündigt Jüchens Bürgermeister Harald Zillikens an. Er hält eine Entwicklungszeit von "drei bis fünf Jahren" für realistisch.

RWE könnte dieses Projekt durch einen neuen Autobahnanschluss unterstützen. Das Unternehmen würde auch das benachbarte interkommunale Gewerbegebiet entwickeln; dort könnten sich, fernab von Wohngebieten, neben Logistikbetrieben auch Industrieunternehmen mit Schichtbetrieb ansiedeln. Die Stadt Grevenbroich beklagt seit Jahren, dass sich für solche rund um die Uhr arbeitenden Firmen kaum Ansiedlungsflächen zur Verfügung stehen. "Für uns ist dieses Gebiet unverzichtbar. Wir brauchen die Steuereinnahmen und die Arbeitsplätze", sagt Ursula Kwasny.

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE