1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Stadt saniert den Gustorfer Glockenturm

Grevenbroich : Stadt saniert den Gustorfer Glockenturm

Der Turm auf dem Waldfriedhof wurde für 25 000 Euro aufwendig instand gesetzt. Jetzt warten weitere Ausgaben auf die Stadt. Um die Trauerhallen vor dem Abriss zu bewahren, müssen mehrere hunderttausend Euro investiert werden.

Er ist mehr als 50 Jahre alt — und das war dem Glockenturm auf dem Waldfriedhof auch anzusehen. Im Beton klafften Risse, an den Trageisen nagte eifrig der Rost. Eigentlich wäre der Turm ein Fall für den Abrissbagger gewesen, wenn sich nicht so viele Gustorfer und Gindorfer für den Erhalt des 14 Meter hohen Pylonen neben der Trauerhalle eingesetzt hätten.

In den vergangenen Wochen wurde der Turm umfassend saniert, die Arbeiten konnten jetzt abgeschlossen werden. Insgesamt hat die Stadt rund 25 000 Euro in dieses Projekt investiert. Das ist zwar mehr als Dreifache der prognostizierten Abrisskosten — doch die Instandsetzung hat sich gelohnt. Das meint zumindest die örtliche SPD-Ratsfrau Marie-Jeanne Zander: "Der Glockenturm ist für viele so etwas wie ein Wahrzeichen. Hätten wir ihn abreißen lassen, wäre das ganz sicher ein Verlust gewesen."

Beton- und Rostschäden sind beseitigt worden. Darüber hinaus wurde die Betonoberfläche des Turms komplett gereinigt, aufgearbeitet und mit einem schmutzabweisenden Anstrich versehen. Zudem wurden Teile des Bauwerks gegen eindringendes Wasser geschützt. "Auf die freischwingende Glocke haben wir aber aus statischen Gründen verzichtet", erklärt Peter Mühlenbruch, Leiter des städtischen Fachbereichs für Bauen, Garten und Umwelt. Der Klangkörper wurde im Turm befestigt und mit einem Magnetanschlagklöppel ausgerüstet. "Die Glocke kann nun auf Knopfdruck geläutet werden — ohne dass man sich Sorgen über die Standsicherheit des Turms machen muss", betont Mühlenbruch.

Der Gustorfer Glockenturm ist jetzt fast so gut wie neu — doch das gilt längst nicht für alle Gebäude auf den städtischen Friedhöfen. "Wir haben noch einen großen Sanierungsstau", meint Bürgermeisterin Ursula Kwasny. Die Stadt muss mehrere hunderttausend Euro investieren, damit nicht auch die Trauerhallen bald vor dem Abriss stehen. Bei den Hallen in Elsen, Grevenbroich, Wevelinghoven und Neuenhausen müssen Dächer saniert, Fenster erneuert und Feuchtigkeitsschäden behoben werden. Darüber hinaus stehen Sanierungsarbeiten in den Trauerhallen in Gustorf, Frimmersdorf und Neukirchen an, ebenso in Neurath und Hülchrath. Vor diesem Hintergrund denkt die Stadt daran, das eine oder andere Gebäude an Unternehmer aus dem Bestattungswesen zu veräußern.

"Konkret gibt es Anfragen für die Trauerhalle in Frimmersdorf", berichtet Bürgermeisterin Ursula Kwasny. Es seien auch schon Gespräch mit Interessenten geführt worden. Doch die Entscheidung über einen möglichen Verkauf werde nicht im Rathaus getroffen, sondern in den politischen Gremien, sagt die Verwaltungschefin. Die Mitglieder des Arbeitskreises "Bestattungswesen" werden sich damit in einer ihrer nächsten Sitzungen beschäftigen.

Dass die Trauerhallen auf einen Schlag saniert werden, ist nicht zu erwarten. Vielmehr wird die Stadt Grevenbroich schrittweise vorgehen, da die Kosten auf die Friedhofsgebühren umgelegt werden. Und die sollen schließlich nicht noch weiter sprunghaft in die Höhe schnellen.

(NGZ)