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Grevenbroich: Stadt rodet Sträucher im Kampf gegen Ratten

Grevenbroich : Stadt rodet Sträucher im Kampf gegen Ratten

Hinter den Waben-Hochhäusern werden alle Sträucher gerodet. Die Stadt will damit die hohe Rattenpopulation eindämmen.

Die Stadt kämpft gegen die Rattenplage auf der Grünfläche zwischen dem Hammerwerk und der alten Rheydter Straße. Gestern rückten Mitarbeiter des Forsttrupps der Wirtschaftsbetriebe an, um Gestrüpp, Sträucher und Bäume hinter den Waben-Hochhäusern zu roden. Damit soll den unliebsamen Nagern die Deckung genommen werden. "Und zwar langfristig", wie Rathaussprecher Andreas Sterken erklärt: "Eine Wiederaufforstung wird es dort nicht geben."

Ursache für die Rattenplage ist der Müll, der hinter den Hochhäusern illegal abgekippt wird. Im vergangenen Frühjahr wurde die Grünfläche von Mitarbeitern der Entsorgungsfirma Alba aufwendig gesäubert. Rund 120 volle Müllsäcke holten die Männer aus dem Gebüsch, das anscheinend für einige Anwohner aus der Nachbarschaft als Müllhalde dient. "Für Ratten ist das hier natürlich ein gefundenes Fressen", sagte damals Peter Schroeter, der von Alba für die Entsorgungs-Aktion eingesetzt worden war.

Das mühsame Sammeln brachte jedoch kaum Erfolg: "Es kam immer wieder zu immensen Abfalleinträgen — und in der Folge zu einer erheblichen Schädlingspopulation", erklärt Andreas Sterken. Darüber hatten sich in der Vergangenheit auch Anwohner beklagt. Einer von ihnen: Dr. Morteza Fazelian. Der Arzt hatte im Oktober eine regelrechte "Rattenwanderung" zwischen dem Elsbach und dem ehemaligen Quäker-Gelände beobachtet und die Stadt verständigt.

Die wurde daraufhin aktiv. "Zur Beseitigung der Gefahrensituation wurden zunächst umfangreiche Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung ergriffen", sagt Sterken. Giftköder wurden ausgelegt, zudem schnitten Mitarbeiter die Uferböschungen des Elsbachs zurück und reinigten sie von Abfällen.

Gestern erfolgte ein weiterer Schritt. In Absprache mit dem Rhein-Kreis wurde die dichtbewachsene Fläche an den Hochhäusern gerodet. "Das ist eine sinnvolle Maßnahme, um die Ratten in den Griff zu bekommen", meint Dr. Michael Dörr, Leiter des Kreisgesundheitsamtes. Zum einen werde den Nagern damit der natürliche Schutz genommen, zum anderen — so hofft Dörr — hält das offene Gelände die Müllsünder davon ab, ihren Abfall in der Grünfläche abzukippen.

Das Problem dürfe nicht unterschätzt werden, meint der Experte: "Schließlich übertragen Ratten verschiedene Infektionen und Krankheiten auf den Menschen. Dazu zählen Salmonellen, das Hantavirus und Bakterien. Außerdem haben Ratten oft Parasiten." Bisher sei in diesem Bereich allerdings noch kein durch Ratten bedingter Krankheitsfall bekannt geworden.

Nach der Rodung werden die Wirtschaftsbetriebe einen Teil des Geländes mit Erdreich auffüllen und planieren. "Danach wird Rasen eingesät", erklärt Andreas Sterken. Für Ratten sei die Fläche künftig unattraktiv. Vorausgesetzt, es wird kein Müll mehr abgekippt.

(NGZ/top)