1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Stadt prüft Verkaufs-Chancen für Edel-Immobilien

Grevenbroich : Stadt prüft Verkaufs-Chancen für Edel-Immobilien

Die Bürgermeisterin lässt prüfen, ob sich repräsentative Gebäude der Stadt zum Verkauf eignen. Sie folgt damit einem Vorschlag der Finanzaufsicht. In der Stadtverwaltung wird aber daran gezweifelt, dass sich nennenswerte Verkaufserlöse erzielen lassen.

Kann sich die Stadt sieben Versammlungsräume im Umkreis des Rathauses leisten? Diese Frage hatte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke in dieser Woche angesichts der "katastrophalen Finanzlage" Grevenbroichs gestellt. Gemeint waren unter anderem die Versandhalle, das Haus Hartmann, die Alte Feuerwache und die Villa Erckens. Deren Einnahmen lägen deutlich unterhalb der Unterhaltungskosten.

"Mit Blick auf unsere derzeitige Haushaltssituation müssen alle Optionen geprüft werden — auch diese", sagte gestern Rathaussprecher Andreas Sterken. Er gab jedoch zu bedenken, dass alle vom Landrat genannten Immobilien mit Landeszuschüssen umgebaut worden seien: "Diese müssten wir zum großen Teil bei einem Verkauf zurückzahlen."

Was eine mögliche Veräußerung zusätzlich erschwere: Sämtliche Objekte hätten eine Einzelstellung, die sie für einen privaten Nutzer uninteressant machen würden. "So könnte Haus Hartmann nur mit dem dazugehörenden Park verkauft werden", sagte Sterken. Nicht zuletzt würden die Gebäude auch den strengen Anforderungen des Denkmalschutzes unterliegen und müssten von einem privaten Interessenten aufwendig umgebaut werden. "Das würde den Kaufpreis drücken", so der Rathaus-Sprecher.

Nach Meinung der Stadtverwaltung würde ein Verkauf nicht überall Sinn machen, da "der Erlös nur gering wäre und in keinem Verhältnis zu den damit verbundenen Einschränkungen für die Bürger" stünde. Zudem erinnert Sterken daran, dass einige der Objekte erst vor kurzem umgebaut worden seien — etwa die Villa Erckens zum "Museum der niederrheinischen Seele" oder die Alte Feuerwache zu einem Treffpunkt für Jugendliche.

In der Vergangenheit hatte die Stadt ihr "Haus Portz" in der Innenstadt privatisiert. Das in die Jahre gekommene Gebäude wurde von der Brauerei Frankenheim saniert.

(NGZ/url)