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Grevenbroich: Stadt plant Kita-Bau in Wevelinghoven

Grevenbroich : Stadt plant Kita-Bau in Wevelinghoven

Allen Maßnahmen zum Trotz bleibt die Betreuungssituation für Kleinkinder prekär. Parallel zum bereits laufenden Ausbauprogramm plant die Stadt auf einer Fläche in Wevelinghoven den Bau einer weiteren Kita - mit oberster Priorität.

Im bisherigen Nirgendwo zwischen den Neubaugebieten Böhnerfeld sowie der Adresse An Mevissen liegt ein Stück städtisches Niemandsland. Um der nach wie vor prekären Betreuungssituation bei U3- und Ü3-Kindern nachhaltig entgegen zu wirken, soll auf der Fläche eine weitere Tagesstätte gebaut werden. "Das ist eine für uns wichtige Option", wie Erster Beigeordneter Michael Heesch sagt. "Die Fläche steht auf unserer Prüf-Agenda", bestätigt auch Bürgermeister Klaus Krützen.

Ginge es nach Jugendamtsleiterin Birgit Schikora, würde an der Adresse zeitnah "so groß wie möglich" gebaut. "Wenn es ginge, sollte das Grundstück komplett genutzt werden. Auch mit Blick auf die vielen Eltern, die bislang Kompromisse bei der Vergabe von Kita-Plätzen eingehen mussten", formuliert die Jugendamtsleiterin persönliche Wünsche in Richtung von sechs Gruppen, entsprechend vielen Erziehern sowie einem schönen Drumherum zum Toben. Die zentrale Lage in Wevelinghoven sei ideal, der Standort sei aus allen umliegenden Orten gut zu erreichen.

Darüber zu sprechen, wie viel Nachwuchs in einem ebenerdigen oder mehrgeschossigen Gebäude betreut werden könnte, sei aber "vollkommen verfrüht", meint Schikora. Denn Finanzierung und Trägerschaft laut Klaus Krützen und Michael Heesch noch geklärt werden. Ideen dazu, wer als Träger der neuen Kindertagesstätte, in Frage kommen könnte, gibt es bereits.

Den seit August 2013 geltenden Rechtsanspruch bei der Betreuung von unter Dreijährigen umzusetzen, ist für alle Beteiligten ein Kraftakt gewesen. Zuletzt war die vierte Gruppe in Frimmersdorf im November 2017 gestartet und die Großtagespflege "Mikasa" eingerichtet worden. Zwar nicht an der Graf-Kessel-Straße - dort dauern die Umbaumaßnahmen noch an und sind wohl in den Sommerferien abgeschlossen -, sondern temporär in der Kita "Sonnenland". Der Auftrag für die Modul-Erweiterung in der Kindertagesstätte Barrenstein ist erteilt, derzeit werden dort Fundamente erstellt, nach der Anlieferung der Container erfolgen Innenausbau plus Abnahmeverfahren. Zum 1. August sollen die entstandenen 20 Plätze vergeben werden. Für die ebenfalls per Modul-Form geplante Erweiterung in Langwaden läuft zurzeit das Ausschreibungsverfahren. Angedacht ist darüber hinaus, zusammen mit dem Träger Mikas (Betreiber der Großtagespflege "Mikasa") zwei weitere Großtagespflegen einzurichten.

Mit allen diesen Maßnahmen hofft die Stadt langfristig aus der Schieflage in Sachen Kinderbetreuung zu kommen. Was die künftige Planung und Organisation, auch hinsichtlich der notwendigen Ganztagsbetreuung angeht, lässt Michael Heesch derzeit Zahlen erheben, die Auskunft über Bedarfe bei Klein- und Schulkindern geben sollen. "Ohne valide Zahlen lässt sich nichts planen und finanzieren", bis zu den Haushaltsklausuren im Herbst soll das entsprechende Zahlenwerk vorliegen, und auch für die Bürger einsehbar sein. Die passende Infrastruktur in Form von Betreuungsplätzen für Kinder sei auch Voraussetzung für den anstehenden dritten Bauabschnitt in Kapellen.

(von)