Schotten: "Noch in Brainstorming-Phase": Stadt plant Energie-Contracting auszuweiten

Schotten: "Noch in Brainstorming-Phase" : Stadt plant Energie-Contracting auszuweiten

"Geiz ist geil", oder präziser: Einsparungen beim Energieverbrauch sind effizient. Unter diesem Motto steht ein Vertrag mit acht Jahren Laufzeit, den die Stadt Grevenbroich vor vier Jahren mit der Dete Immobilien und Service GmbH geschlossen hat. "Beim ,Energie-Contracting' nutzt die Stadt die Möglichkeit, dass ein externer Partner für sie Investitionen im Bereich Energie übernimmt", erläutert Kämmerer Bernd Schotten.

Jetzt wurde die Schloss-Stadt dafür vom NRW-Ministerium für Verkehr, Energie und Landesplanung als Vorbild gelobt. Sechs städtische Gebäude - das Rathaus, das Schlossbad, die beiden Grevenbroicher Gymnasien, die Katholische Hauptschule an der Parkstraße und die Realschule an der Bergheimer Straße gehören derzeit zu dem Gebäudepool, in dem der Energieverbrauch zunächst kritisch untersucht und dann minimiert wurde. Dass dieser Pool noch größer wird, hält Kämmerer Bernd Schotten nicht für ausgeschlossen. "Zunächst suchen sich Firmen die großen, rentablen Gebäude aus", so seine Erfahrung.

Nicht jedes kleine Gebäude, wie etwa Kindergärten, sei beim Energie-Contracting das Objekt der Wahl. Gleichwohl hält Schotten eine Erweiterung für möglich. "Allerdings befinden wir uns zurzeit noch in der ,Brainstorming-Phase'. Es ist noch zu früh, um etwas konkretes zu sagen", sagte der Kämmerer im Gespräch mit der NGZ. Doch ein solcher Vertragsabschluss bringt gerade für eine Haushaltssicherungskommune wie Grevenbroich entscheidende Vorteile. "Gerade für eine Stadt mit einem Haushaltssicherungskonzept ist es schwierig, alle Gebäude in einem einwandfreien Zustand zu halten und auch den neuesten Stand der (Energie-) Technik zu berücksichtigen", so Bernd Schotten.

Bei einem Vertragsabschluss mit einem Investor könne die Stadt die Möglichkeit nutzen, dass fremdes Kapital für sie eingesetzt werde - "So müssen wir uns nicht einer Netto-Neuverschuldung aussetzen", sagt der Kämmerer. In den acht Jahren der Vertragslaufzeit sei eine Einsparung von 25,5 Prozent vorgesehen - mit diesem Geld kann die Stadt Energiespar-Maßnahmen umsetzen und der Vertragspartner refinanziert so seine Investitionen. "Und nach Ablauf des Vertrages verfügen wir zudem über neue Anlagen", so Schotten.

Seit Ende 1999 läuft das Energie-Contracting zwischen der Stadt und der DeTe Immobilien. So hat sich die Telekom-Tochter verpflichtet, die Regelungstechnik, die raumlufttechnischen Anlagen und die Beleuchtung unter dem Gesichtspunkt des Energiesparens zu optimieren. Außerdem wurden in den ausgewählten Gebäuden Thermostatventile eingebaut, ein zentrales Energiemanagement-System aufgebaut und "ein Blockheizkraftwerk im Schwimmbad installiert", so Bernd Schotten.

Zu den kleineren Maßnahmen gehörte auch, dass die Spannung im Rathaus auf 200 Volt gesenkt wurde - "Und die Computer arbeiten weiter", sagt der Kämmerer. Grevenbroich gehört zu den Kommunen, die im neuen "Contracting-Leitfaden" vorgestellt werden. "Auch für die Mitarbeiter ist es schön, wenn man etwas gutes getan hat und dafür auch gewürdigt wird", so der Kämmerer.

Energieagentur NRW: "Leitfaden Contracting", Infos: 01805/335226. busch

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE