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Grevenbroich: Stadt plant drei Brücken für "Bambi"

Grevenbroich : Stadt plant drei Brücken für "Bambi"

Rehe sollen am Neurather Graben vor dem Ertrinken bewahrt werden.

Der 1700 Meter lange Zaun entlang des Grabens an der Frimmersdorfer Höhe ist offenbar eine Gefahr für Wildtiere. Alleine im vergangenen Jahr bargen Jäger drei ertrunkene Reihe aus dem Fangrechen am Ende des Kanals. Die Stadt will nun Gegenmaßnahmen ergreifen: Sie plant den Bau von Brücken, die dem Wild ein sicheres Überqueren ermöglichen sollen. Das teilte die Verwaltung gestern Abend im Rat auf Anfrage der Grünen mit.

Der Wildwechsel am Neurather Graben hatte im vergangenen Sommer für Aufregung gesorgt. Kurz nachdem der Zaun errichtet wurde, starben Rehe in dem bis zu 90 Zentimeter tiefen Graben. Die Vermutung von Joachim Knabben von der Kreisjägerschaft: Durch Spaziergänger und Freizeitsportler werde Wild aufgescheucht, das über den Hang in die Felder flüchten wolle. "Ein Reh schafft den Sprung über den Kanal, es steht dann aber ausweglos vor dem Zaun", sagte Knabben. Nach seiner Ansicht würden die Tiere dort den Halt verlieren, ins Wasser stürzen und qualvoll ertrinken. "Ein Zaun am Graben macht nur Sinn, wenn er an beiden Seiten installiert ist", so der Jäger.

Die Stadt geht einen anderen Weg. Wie auf Anfrage der Grünen gestern mitgeteilt wurde, sind insgesamt drei Brücken geplant, die künftig einen sicheren Wildwechsel ermöglichen sollen. Wann mit dem Bau begonnen werden kann, steht noch nicht fest. Die Genehmigungsunterlagen werden derzeit von den Mitarbeitern der Unteren Wasserbehörde beim Rhein-Kreis Neuss bearbeitet, hieß es. Zurzeit ist darüber hinaus noch nicht klar, mit welchen Kosten zu rechnen ist und wer die Zeche letztendlich zahlen wird.

Die Stadt hatte den Zaun im Vorjahr aus Sicherheitsgründen errichtet. Planungsdezernent Werner Hoffmann sah die Gefahr, dass sich Menschen und Tiere nicht eigenständig aus dem V-förmigen, etwa anderthalb Meter breiten Gewässer befreien können. Zuvor waren Hunde von der Strömung mitgerissen worden. Die Kosten von 75 000 Euro teilte sich die Stadt mit RWE Power.

"Der Bau des Zauns ist damals im Rahmen einer Dringlichkeitsentscheidung beschlossen worden. Der Fachausschuss hatte daher keine Gelegenheit über sinnvolle Alternativen wie eine Renaturierung des Gewässers zu diskutieren", bedauerte gestern das grüne Ratsmitglied Dieter Dorok. Nachdem der Zaun mehrfach durch Vandalismus beschädigt wurde, wird er einmal wöchentlich von Mitarbeitern der Wirtschaftsbetriebe kontrolliert.

(NGZ)