Grevenbroich: Stadt lehnt Nutzungs-Konzept für die Stadtparkinsel-Immobilien ab

Grevenbroich: Stadt lehnt Nutzungs-Konzept für die Stadtparkinsel-Immobilien ab

Die Fraktion "Mein Grevenbroich" macht sich für eine Belebung des Gebäude-Ensembles auf der Stadtparkinsel stark. Schon im Juni vergangenen Jahres hatte sie die Verwaltung aufgefordert, gemeinsam mit dem Kunst- und dem Museums-Förderverein ein Nutzungskonzept für die Versandhalle, das Auerbach- und Waagehaus zu erstellen. Dabei sollte auch ein gastronomisches Angebot mit in die Überlegungen einbezogen werden. Die Antwort aus dem Rathaus liegt jetzt vor.

Bereits vor fünf Jahren hatte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke angemahnt, dass die Stadt die Kosten für ihre repräsentativen Gebäude prüfen solle, um gegebenenfalls einige zu veräußern. Würde sich Grevenbroich aber von diesen Gebäuden trennen, käme das einem "Ausverkauf des städtischen Tafelsilbers" gleich, sagt Martina Suermann von "Mein Grevenbroich". Die Immobilien würden - gemeinsam mit dem Museum - "eine Kultur- und Bildungsachse von unschätzbarem ideellem Wert" darstellen. Werden sie sinnvoll bewirtschaftet, meint Suermann, könnten sie auch "langfristig Beiträge zur Haushaltskonsolidierung leisten".

Die Antwort der Stadtverwaltung auf den vor Monaten gestellten Antrag liegt jetzt vor - ein Konzept für eine erweiterte Nutzung der Immobilien ist darin aber nicht zu finden. Der städtische Beigeordnete Florian Herpel weist lediglich auf die derzeitige Auslastung der Gebäude hin.

In der Versandhalle werden demnach jährlich acht Ausstellungen veranstaltet, zudem wird das Gebäude für Veranstaltungen wie den Büchermarkt oder die Abschluss des Sommerleseclubs genutzt. Die Besucherzahl liegt laut Herpel bei 1000 im Jahr. Das Haus könne jährlich an 150 Stunden geöffnet werden, dank des Einsatzes von Ehrenamtlern. Das ehemalige Maschinenhaus als Sitz der Stadtbücherei und des Archivs sei 1250 Stunden jährlich geöffnet und biete rund 70 Sonderveranstaltungen, im gegenüber liegenden Waagehaus stelle die Verwaltung der Volkshochschule die Anmeldung und Beratung der Bürger sicher. Im Keller des Auerbachhauses würden Bestände des Archivs gelagert, zudem werde es für Kurse der Volkshochschule, Vereinsveranstaltungen und zum Teil für private Feiern genutzt.

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Die Übernahme-Gespräche mit dem Kreis seien noch nicht abgeschlossen, so dass unklar sei, ob das Archiv am Standort bleibe, stellt Herpel klar. Aus diesem Grund und der zurzeit vorhandenen Nutzungen sehe die Stadtverwaltung keinen Anlass für ein neues Konzept.

Mit der Antwort aus dem Rathaus ist Martina Suermann alles andere als zufrieden. "Ich hätte mir gewünscht, dass sich die Stadt einmal kreativ mit dem Gebäude-Ensemble auf der Stadtparkinsel beschäftigt hätte", beklagt die Fraktionsvorsitzende. Die Immobilien inklusive des Museums und des gesamten Umfelds würden sich für eine Neugestaltung geradezu anbieten - "auch um Leute in die Stadt zu holen", sagt Suermann. "Schade, dass das nicht erkannt wird."

(wilp)