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Grevenbroich: Stadt hat zu wenig Büros

Grevenbroich : Stadt hat zu wenig Büros

Im Rathaus wird es zu eng: Büros sind überbelegt, Beratungsgespräche müssen auf dem Flur geführt werden. Die Stadt mietet jetzt Räume in der Umgebung an. Das bringt zwar eine Entlastung, ist auf Dauer aber keine Lösung.

Im Rathaus sind 350 Mitarbeiter beschäftigt. Doch nicht jeder hat einen vernünftigen Arbeitsplatz, manche Büros sind hoffnungslos überbelegt. Dort arbeiten entweder drei statt der vorgesehenen zwei Bediensteten oder halt zwei, wo nur einer sitzen dürfte. "Aus arbeits- und datenschutzrechtlicher Sicht ist die Raumbelegung in einigen Bereichen bereits zum Problem geworden", schildert Bürgermeisterin Ursula Kwasny.

Damit meint sie vor allem das Jugendamt, das durch mehr Aufgaben — delegiert von Bund und Land — personell gewachsen ist. Wo Beratungsgespräche zu sensiblen Themen geführt werden müssten, säßen oft zwei Mitarbeiter auf engstem Raum. "Da kann die Vertraulichkeit des Wortes nicht immer sichergestellt werden", sagt Kwasny. Ähnlich sieht das der Erste Beigeordnete Michael Heesch: "Beratungen mussten schon auf dem Flur stattfinden. Oder ein Mitarbeiter ging raus, um nicht zu stören — was kaum ökonomisch ist", klagt er.

Schon im vergangenen Jahr siedelte die Stadt ihre Wirtschaftsförderung in die Alte Feuerwache aus, um im Verwaltungsgebäude mehr Platz zu schaffen. Da es dort jedoch immer noch zu eng ist, mietet sie nun externe Büros an. Am Markt 11 werden zurzeit vier Räume für acht Mitarbeiter vorbereitet, sie sollen im November bezogen werden. "Damit können wir die Gesamtsituation sicherlich etwas entzerren. Die große Lösung ist das aber nicht", meint die Jugendamtsleiterin Birgit Schikorra.

Wie das Platzproblem gelöst werden soll, ist unklar. "Fakt ist, dass sich das Jobcenter in unserem Rathaus befindet. Sobald das raus ist, haben wir etwas mehr Luft", erklärt Ursula Kwasny. Der Kreis plant, diese Abteilung in das Hochhaus auf der Schanze umzusiedeln, das derzeit umgebaut wird. "Der Umzug steht daher nicht vor 2013 an. Das heißt, dass wir uns noch anderthalb Jahre behelfen müssen", so die Bürgermeisterin. Eine Aufstockung des Rathauses um eine vierte Etage käme aus finanziellen Gründen nicht in Frage. "Das wäre unwirtschaftlich", meint Michael Heesch.

Eine andere Möglichkeit: Der Rhein-Kreis hat der Kommune bereits mehrfach angeboten, bestimmte Aufgaben der Stadt zu übernehmen. So schlägt er etwa die Übernahme der Ausländerbehörde, der Betreuungsstelle sowie der örtlichen Rechnungsprüfung vor. Davon würde die Stadt nicht nur finanziell profitieren, es würden auch Büros im Rathaus frei.

"Die Abgabe der Ausländerbehörde wäre sicherlich eine Option. Der Rat hat sich bislang aber dagegen ausgesprochen", meint Ursula Kwasny. Und sie selbst würde das Rechnungsprüfungsamt nicht abgeben: "So etwas braucht eine Stadt." Letztlich müssten jedoch die Politiker entscheiden, was unter den gegebenen Umständen der richtige Weg wäre.

(NGZ/rl)