Stadt Grevenbroich will bei der Reinigung in Schulen kräftig sparen.

Haushaltssanierung: Stadt will bei Schul-Reinigung sparen

Die Stadt will bei der Reinigung in Schulen 175.000 Euro einsparen. So sollen Fenster etwa nur noch ein Mal im Jahr geputzt werden. Die CDU-Fraktion lehnt eine Senkung der Reinigungsstandards ab, auch die UWG übt Kritik.

Die Stadt muss weiter sparen – von den neu geplanten Kürzungen sollen auch städtische Gebäude und vor allem die städtischen Schulen betroffen sein. Nach den Plänen im Rathaus sollen die Schulgebäude – mit Ausnahme des Erdgeschosses – künftig nur noch alle zwei Werktage von Reinigungskräften geputzt werden. Das Einsparpotenzial: bis zu 175.000 Euro jährlich. Mit diesem Vorschlag befasst sich der Haupt- und Finanzausschuss am Mittwoch. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. CDU und UWG üben Kritik.

Klar ist, dass die Stadt weitere Anstrengungen unternehmen muss, um das Ziel – den Haushaltsausgleich im Jahr 2024 – zu erreichen. Auf Basis von Empfehlungen der Gemeindeprüfungsanstalt soll der Haupt- und Finanzausschuss über insgesamt 17 zusätzliche Sanierungsmaßnahmen beschließen. Eine davon ist die „Standardsenkung der Reinigung an Schulen“. Bislang werden Klassenräume, Flure und Treppenhäuser täglich gereinigt, künftig sollen in den Obergeschossen nur jeden zweiten Tag Reinigungskräfte zu sehen sein. Fensterscheiben samt Rahmen sollen sogar lediglich einmal jährlich geputzt werden. „Durch die Änderung wird der Hygienestandard gewahrt“, versichert die Verwaltung.

Wegen vertraglicher Bindungen mit Reinigungsfirmen könnte die Änderung nur schrittweise erfolgen. 2019 würden 40.000 Euro eingespart, 2022 dann der volle Betrag von 175.000 Euro. In anderen städtischen Gebäuden sollen die Fensterputzer künftig ebenfalls nur noch ein  statt bislang zwei Mal kommen, auf diese Weise würden weitere 3000 Euro eingespart. Weitere Reduzierungen empfiehlt die Stadt dort aber nicht. In Büros etwa wird zurzeit drei Mal wöchentlich sauber gemacht, in Fluren zwei Mal.

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Im Pascal-Gymnasium hat Schulleiter Manfred Schauf „große Bedenken, dass bei Realisierung der Pläne der Hygiene-Standard gewahrt werden kann.“ Bislang hätten auf jeder der beiden Etagen zwei Reinigungskräfte zwei Stunden Zeit.“ Insgesamt müssten 2800 Quadratmeter gereinigt werden, darunter 45 Klassenräume und vier Treppenhäuser. „In dieser Zeit ist eine gründliche Reinigung aller Flächen nicht möglich. Ecken können nicht ausgeputzt werden. Und wenn Schüler mal vergessen, ihre Stühle hoch zu stellen, bleibt den Reinigungskräften dazu keine Zeit, sie müssen drumherum wischen“, schildert Schauf. Vor allem im Winter bei Schnee oder Regen sieht er bei den Stadt-Plänen ein Problem, „wenn die Schuhe schmutzig sind. Dann hätten wir im Obergeschoss jeden zweiten Tag völlig ungereinigte Räume.“

Auch Peter Reinders, stellvertretender Leiter des Erasmus-Gymnasiums, erklärt: „Der Reinigungsstandard erfüllt schon jetzt nicht mehr als ein ,ausreichendes Minimum’, die Reinigungskräfte stoßen bereits jetzt an Grenzen“. Zudem habe „bislang mit uns keine Rücksprache stattgefunden“, sagt Reinders.

„Einer Reduzierung der Reinigung in den Schulgebäuden werden wir nicht zustimmen“, betont CDU-Fraktionschef Wolfgang Kaiser. „In vielen Schulen bestehen bereits Initiativen von Eltern und Lehrern“, die die Sauberkeit etwa in Klassenräumen und Toiletten verbessern wollten. „Bereits die heutigen Standards liegen im Grenzbereich der erforderlichen Reinigung und Hygiene.“ – „Da wird am falschen Ende gespart“, sagt Hubert Rütten (UWG). „Wird die Reinigung reduziert, werden die Gebäude auch mehr so gepflegt, und dann steigt der Sanierungsbedarf.“