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Stadt Grevenbroich plant öffentliche Hundewiese

Drei Standorte sind vorgeschlagen : Stadt will eine Hundewiese schaffen

Die Stadt plant die Anlage einer öffentlichen Hundewiese, die Stadtbetriebe schlagen der Politik drei Standorte zur Auswahl vor.

Rund jeder vierte Haushalt in Grevenbroich hält statistisch gesehen einen Hund. Aber eine öffentliche Hundewiese, auf der Vierbeiner sich ohne Leine austoben können, ohne eventuell mit Spaziergängern und Radlern in Konflikt zu geraten, gibt es in der Stadt bislang nicht. Das soll sich ändern. Die Stadt wird dem Umwelt- und Landschaftspflegeausschuss die Einrichtung einer solchen Freilauffläche für die 5100 in Grevenbroich gemeldeten Hunde vorschlagen. In anderen Kommunen gibt es solche Anlagen bereits. In Dormagen beispielsweise wurde Ende November die erste Hundewiese im Tannenbusch eröffnet.

Im Grevenbroicher Rathaus wird für eine solche Fläche Bedarf gesehen. „Vermehrt wurde gegenüber der Stadtverwaltung und Bürgermeister Klaus Krützen der Wunsch für eine Hundewiese geäußert, auf der die Tiere frei laufen können und auch mit anderen Hunden spielen können“, erläutert Stadtsprecher Stephan Renner.

Längst nicht jeder Hundehalter kann seinem Vierbeiner im Privatgarten oder -hof ausreichend Auslauf zur Verfügung stellen. Beim Spaziergang mit Hund im Stadtgebiet sind mehrere Regeln zu beachten: Innerhalb bebauter Ortsteile müssen Hunde auf öffentlichen Straßen und in öffentlichen Anlagen angeleint werden, dasselbe gilt in Bus und Bahn. Auf Feld- oder Waldwegen darf der Hund zwar abgeleint werden, doch den Waldweg verlassen oder auf bewirtschaftete Felder und Weiden laufen darf er nicht. Tabu ist selbstverständlich auch, dass der Vierbeiner Wild jagt oder Spaziergänger anspringt. Für so genannte „gefährliche Hunde“ gilt in der Öffentlichkeit generell Maulkorb- und Anleinpflicht, in bestimmten Voraussetzungen können Ausnahmen zugelassen werden.

Platz zum Herumlaufen und Spielen soll die erste öffentliche Hundewiese im Stadtgebiet bieten. Die Anlage muss mehrere Anforderungen erfüllen. Zum einen muss sie so eingezäunt werden, „dass ein großer Hund nicht über den Zaun springen kann“, wie Stadtsprecher Stephan Renner erläutert. Zudem sollen Parkmöglichkeiten gegeben sein. Bänke sollen aufgestellt werden – und auch Hundekot-Sammelstationen. „Herrchen“ oder „Frauchen“ sollen nämlich auch dort die Hinterlassenschaft ihres vierbeinigen Begleiters beseitigen. Die Stadtbetriebe haben nach geeigneten städtischen Flächen Ausschau gehalten, die die Voraussetzungen erfüllen. Drei Standorte, die abseits von Wohnhäusern liegen, sollen in der März-Sitzung den Politikern im Landschaftspflegeausschuss zur Auswahl vorgeschlagen werden: Ein Areal liegt nordöstlich der Kläranlage Noithausen und nahe des Hemmerdener Wegs (L142), dort befindet sich ein Wanderparkplatz.

Denkbar ist auch eine Fläche zwischen Sportplatzweg und Tribünenweg nahe der Sportanlage in Wevelinghoven. In deren Nähe hat die Stadt bereits ein Areal an einen Hundeverein verpachtet. Der dritte Standort liegt bei Kapellen östlich der Straße An der Untermühle (L 361) etwa in Höhe der Kläranlage dort.

Die Kosten für die Schaffung der Freilaufeinrichtung für Hunde hängen unter anderem von der Größe des einzuzäunenden Grundstücks ab. Und vielleicht bleibt es in weiterer Zukunft nicht bei einer einzigen Freilauffläche. „Wenn die Hundewiese gut angenommen wird und Bedarf besteht, könnte über eine weitere Anlage nachgedacht werden“, sagt Stadtsprecher Renner.

Der Rat beschloss vergangene Woche mehrheitlich eine Änderung für Hundehalter. Mehrere bisherige Ermäßigungen  von der Hundesteuer fallen weg, die Stadt erwartet 6000 Euro Mehreinnahmen jährlich. SPD und Die Linke/Freie Bürger stimmten dagegen. Sie kritisierten, dass Hartz-IV-Empfänger künftig den vollen Hundesteuersatz zahlen. Die Änderung treffe Menschen, die bereits einen Hund halten, merkte SPD-Fraktionschef Horst Gerbrand an. Und Walter Rogel-Obermanns (Die Linke/Freie Bürger) fragte: „Sollen circa 120 Hundebesitzer, die vom Arbeitslosengeld II leben, den Haushalt retten?“