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Grevenbroich: Stadt: Genug Bänke in der City

Grevenbroich : Stadt: Genug Bänke in der City

Die aktuelle IHK-Umfrage zeigt Handlungsbedarf für die Innenstadt auf: Mehr Bänke, weitere Spielgeräte und die Erft erlebbarer machen. Doch im Rathaus bleibt man entspannt und sieht diese Forderungen bereits erfüllt.

Mehr Plätze zum Verweilen, mehr Spielgeräte für Kinder und die Erft besser erleben können – dies sind drei markante Wünsche von Passanten, die aus der aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer stammen. Andree Haack, Geschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, geht davon aus, "dass die Politik die Ergebnisse ernst nimmt und gemeinsam mit den Händlern Verbesserungen in Angriff nehmen wird". Doch im Rathaus ist von Aktivität wenig zu spüren: "Wir freuen uns über das gute Ergebnis, sehen aber keinen Handlungsbedarf", meint Rathaus-Sprecher Andreas Sterken gegenüber unserer Zeitung.

2010 waren Händler und Passanten in Kaarst, 2011 in Dormagen interviewt worden. In beiden Städten war an den Kritikpunkten gearbeitet worden. Beispiel Kaarst: Hier hatten Kunden und Händler die Stufen im Maubishof beklagt. "Im Zuge der Sanierung der alten Heerstraße konnten wir dieses Problem gleichzeitig lösen. Das hatten wir bereits länger vorgehabt", sagt Hubert Zirbes aus dem städtischen Amt für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften.

In Grevenbroich wird die IHK-Umfrage wohl keine Konsequenzen haben. "Wir haben uns mit den Kritikpunkten beschäftigt", so Andreas Sterken. Aber einen Mangel an Bänken halte er für nicht nachvollziehbar und zählt etwa Sitzgelegenheiten an der Erft, am Markt, am Synagogenplatz und am Montanushof auf; auch Spielgeräte für den Nachwuchs gebe es – etwa am Erftglacis unterhalb der Breite Straße.

Dieses sei auch ein gelungenes Beispiel dafür, die Forderung nach einer "erlebbaren Erft" zu erfüllen: "Dort kann man spazieren gehen, auf den Bänken sitzen, die Sonne genießen – gerade auswärtige Besucher sind immer wieder begeistert von dieser Möglichkeit", so der Stadtsprecher. Zudem gibt er zu bedenken, dass das Aufstellen von Bänken nicht unproblematisch sei: "Vor einem Schaufenster sind diese sicherlich weniger beliebt."

Dagegen kann Andree Haack von der IHK ein Gegenbeispiel nennen: die Aktion "Neuss nimmt Platz" in den Einkaufsstraßen der Nachbarstadt. Dort hatten Händler und Dienstleister für einen begrenzten Zeitraum 50 Bänke aufgestellt, die zum Verweilen einladen und eine andere Perspektive auf das City-Treiben bieten sollten.

Auch die Wirtschaftsförderung bewerte das Umfragen-Ergebnis positiv, so Sterken: "Grevenbroich verfügt über ein Zentrum mit vergleichsweise kleiner Fläche." Anders als in einer Großstadt könne nicht jede Branche und jedes Sortiment vertreten sein. Aber: "Die Wirtschaftsförderung unternimmt etwas gegen Leerstände."

(NGZ)