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Grevenbroich: Stadt gegen weiteren Lieferverkehr in Fußgängerzone

Grevenbroich : Stadt gegen weiteren Lieferverkehr in Fußgängerzone

Die Stadt lehnt verlängerte Anlieferzeiten für die Geschäfte in der Fußgängerzone ab. Eine Ausweitung bis in die Abendstunden gefährde nicht nur Fußgänger, es müsse auch mit erheblichen Protesten der Anwohner gerechnet werden, meint Planungsdezernent Werner Hoffmann.

Zurzeit dürfen die Geschäfte in der Grevenbroicher Einkaufsmeile lediglich in der Zeit von 6 bis 11 Uhr beliefert werden. Die FDP fordert von der Stadt, dass sie den Händlern in der City zusätzliche Termine nach Ladenschluss genehmigen soll – das sei den Geschäftsleuten bisher unter Androhung von Strafen untersagt worden. "Da der Fußgängeranteil in dieser Zeit stark nachlässt, dürften einem abendlichen Anlieferverkehr keine gravierenden Argumente entgegenstehen", meint Fraktionschef Manfred Hermanns.

Diese Lage beurteilt der städtische Planungsdezernent Werner Hoffmann jedoch anders – er lehnt den Vorschlag der Freidemokraten ab. Sein Argument: "Passanten sollten in einer Fußgängerzone darauf vertrauen können, dass ihnen kein Auto entgegenkommt." Dies gelte auch für die Abendstunden, wenn weniger Menschen auf der Kölner und Breite Straße unterwegs seien. Zudem befürchtet Hoffmann, dass der Charakter der Fußgängerzone durch weitere Lieferzeiten "völlig verloren" gehe. Und er rechnet mit dem Widerstand der Anwohner, die sich bewusst für ihren Wohnsitz in dem Quartier entschieden hätten.

Wie Hoffmann erklärt, seien abends immer wieder Autos in der Einkaufsmeile unterwegs. "Dabei handelt sich überwiegend nicht um Lieferfahrzeuge, sondern um Bürger, die aus Bequemlichkeit einzelne Ziele innerhalb der Fußgängerzone ansteuern", so der Planungsdezernent. Seine Befürchtung: Bei einer Ausweitung der Lieferzeiten müsse davon ausgegangen werden, dass der Fahrzeugverkehr innerhalb kürzester Zeit erheblich zunehme.

Nach Meinung der Verwaltung könne das Fahrverbot in der Fußgängerzone dann gleich aufgehoben werden. "Eine solche Entwicklung kann aber weder von der Politik noch von der Verwaltung ersehnt werden", so Werner Hoffmann.

(wilp)