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Grevenbroich: Stadt erwartet mehr Engagement von RWE

Grevenbroich : Stadt erwartet mehr Engagement von RWE

Deutschland diskutiert über die Zukunft der Kernkraft, beim CDU-Forum stand ein anderer Energieträger im Mittelpunkt: "Wie profitiert die Region von der Braunkohle?", lautete das Thema, zu dem etwas über 30 Zuhörer in den Bernardussaal gekommen waren. Dabei wurde deutlich: So mancher erwartet vom Konzern mehr Engagement in der Stadt.

Referent Jörg Kerlen, Abteilungsleiter Regionale Kontakte/Energiepolitik bei RWE Power, machte schnell Zusammenhänge zwischen Braunkohle und Atomkraft deutlich. "Wenn wir auf Kernkraft verzichten wollen, müssen wir die Lücke schließen. Dazu kann Braunkohle einen Beitrag leisten." Die Bundesregierung wolle bis 2050 einen Anteil von 80 Prozent an erneuerbaren Energien erreichen.

"Wir stimmen der Richtung zu, bei der Zeitvorstellung machen wir Fragezeichen", so Kerlen, der auf die Probleme etwa beim erforderlichen Leitungsausbau hinwies. Er betonte, dass der Konzern am Bauprogramm für die Braunkohlekraftwerke festhalte. Nach den BoA-Blöcken in Neurath sei der nächste Block in Niederaußem geplant.

Das rief Bürgermeisterin Ursula Kwasny auf den Plan, die wie Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Landtagsabgeordneter Wiljo Wimmer unter den Zuhörern saß: "Wir leben mit und von der Braunkohle, aber uns geht auch Energie verloren. Wir möchten wissen, was in Frimmersdorf nach dem Abschalten der alten Anlagen passiert", erklärte sie. Neues zur Nutzung konnte Kerlen jedoch nicht bieten. "Frimmersdorf ist für uns ein interessanter Standort, aber wir können noch keine Entscheidung treffen."

CDU-Chef Benedikt Jerusalem wies darauf hin, dass ein Teil der Grevenbroicher, vor allem im Süden, sich durch RWE vernachlässigt fühle: "Die Zahl der Arbeitsplätze in den Kraftwerken ist zurückgegangen, damit verändert sich auch die Akzeptanz." Mit etlichen Folien dokumentierte Kerlen, wie Region und Stadt von der Kohle profitieren: "Sie sichert in Grevenbroich rund 3500 Arbeitsplätze." Die Stadt ziehe unter anderem auch aus dem bei Neurath geplanten Industriegebiet und dem Treibhaus-Projekt "Gardenlands" Nutzen.

Doch Jerusalem und Kwasny machten deutlich, dass die Stadt angesichts der gewaltigen Industrieanlagen vor Ort gern einen größeren Teil am Gewerbesteuer-Kuchen des Konzerns hätte. "Für 2012 wurden uns bereits geringere Zahlungen angekündigt", so Kwasny.

(NGZ)