Grevenbroich: Stadt erteilt Hausverbot auf dem City-Friedhof

Grevenbroich: Stadt erteilt Hausverbot auf dem City-Friedhof

Ein Schwalmtaler hat versucht, den Grabstein der Familie Weidemann wieder aufzurichten. Ein Mitarbeiter der Stadt hat ihn dabei erwischt.

Am Grab der Familie Weidemann spielen sich seltsame Dinge ab. Nachdem vor Wochen der Grabstein verschwand und unter der Erde wieder auftauchte, hat die Stadt die Begräbnisstätte nun mit Flatterband abgesperrt. Damit soll verhindert werden, dass Friedhofsbesucher das Grab betreten und sich verletzen, sagt Rathaussprecher Robert Jordan.

Ein Mann aus Schwalmtal steht im Verdacht, den Grabstein an der Montanusstraße zerstört und verbuddelt zu haben. Er kehrte jetzt an den "Tatort" zurück - und wurde dort prompt von einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung ertappt. Er war mit seinem Kleinwagen auf den Friedhof gefahren, angeblich um den Grabstein - der ihm durch "ein Versehen" umgekippt sei - wieder aufzurichten. Der städtische Bedienstete forderte ihn auf, sofort die Arbeit einzustellen und mit seinem Fahrzeug den Friedhof zu verlassen.

Der Mann, der laut Stadt weder einen Gewerbeschein noch eine Genehmigung der Familie Weidemann für die Arbeiten am Grab hatte, leistete dem Folge. Er setzte sich in seinen Wagen und verließ den Friedhof, sein Werkzeug ließ er aber liegen. Nach gut einer Stunde tauchte der Schwalmtaler dann wieder auf dem Friedhof auf - und wurde dort abermals von dem städtischen Bediensteten erwischt. Der erteilte ihm dann Hausverbot - heißt: Der Mann darf den Friedhof nun nicht mehr betreten.

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"Der Mitarbeiter hat konsequent gehandelt", sagt Robert Jordan. "Arbeiten an Grabsteinen dürfen nur von Fachkundigen durchgeführt werden." Das Errichten einer Einfassung oder eines Grabsteines bedürfe einer fachlichen Qualifikation wie sie Steinmetzbetriebe hätten. "Das hat auch damit zu tun, dass von losen oder nicht fachkundig versetzten Grabsteinen eine nicht unerhebliche Gefahr ausgeht", sagt Robert Jordan. Nicht ohne Grund seien die Kommunen aufgefordert, die Grabsteine auf ihren Friedhöfen einmal jährlich auf ihre Standsicherheit hin zu überprüfen.

Der Pächter des Nachbargrabes, Franz Maes, hatte den Grabstein seines Familiengrabes an den Schwalmtaler verschenkt. Bei der Demontage im Dezember vergangenen Jahres verschwanden auch der Grabstein und die Einfassung des nebenan liegenden Weidemann-Grabes, dessen Pachtvertrag erst im Jahr 2020 ausläuft. Anfang Januar wurde der Grabstein entdeckt, er lag etwa 15 Zentimeter tief unter der Erde der Grabstätte. Wer ihn dort warum verbuddelt hat, ist nun Gegenstand der Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Die Weidemanns haben sich einen Rechtsanwalt genommen, der mit dem Schwalmtaler in Kontakt stehe und ihm Fristen gesetzt habe, die er aber habe verstreichen lassen, sagte Liesel Weidemann auf Anfrage unserer Redaktion. Den Grabstein, der im Dezember offensichtlich aus seiner Verankerung gerissen und dabei stark beschädigt wurde, hat die Familie zwischenzeitlich in die Obhut eines Steinmetzes gegeben, der ihn wieder aufarbeiten soll. "Die ganze Sache hat uns bisher nur Ärger und Kosten beschert", sagt die Grevenbroicherin.

(NGZ)