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Grevenbroich: Stadt droht Rechtsstreit mit Schießsportvereinen

Grevenbroich : Stadt droht Rechtsstreit mit Schießsportvereinen

Ungeachtet der finanziellen Unwägbarkeiten droht der Stadt beim geplanten Neubau des Schlossbads neuer Ärger.

Nur wenn die Verwaltung der Interessengemeinschaft (IG) Schießsport eine neue Bleibe anbietet, wollen die Sportschützen auf die Nutzung des Schießstandes im Bauch des Schlossbades verzichten. Wenn nicht, könnte ein Abriss des Schwimmbads womöglich erst 2014 erfolgen.

Denn so lange hat der "Gestattungsvertrag" Gültigkeit, den die IG in den 1980er Jahren mit Grevenbroichs damaligem Stadtdirektor Horst Linden schloss. "Dieser Vertrag ist unkündbar", sagt IG-Vorsitzender Helmut Faßbender selbstbewusst. Als die Planungen für das Schlossbad hinter den Kulissen voranschritten, suchte Faßbender den Kontakt zur Verwaltung, "Damals wurde ich hingehalten. Jetzt sieht die Planung den Schießstand nicht mehr vor", sagt Faßbender, der sieben Vereine und rund 300 Sportschützen vertritt.

Als er die Stadt auf den bestehenden Vertrag aufmerksam machte, sei die Überraschung groß gewesen. Erst nachdem er sich über die NGZ an die Öffentlichkeit wandte, habe die Verwaltung reagiert. Ein Treffen im Büro der Bürgermeisterin sollte Klarheit schaffen. "Wir haben folgende Vereinbarung getroffen: Wenn die Stadt uns gleichwertigen Ersatz beschafft, verzichten wir auf den Vertrag. Wenn nicht, werden wir alle Rechtsmittel einsetzen", sagt Faßbender.

Bürgermeisterin Ursula Kwasny bestätigt gegenüber der NGZ das Treffen. "Es war ein konstruktives Gespräch", resümiert die Verwaltungschefin. Ihre Marschrichtung: "Wir werden versuchen, eine Lösung für die Schießsportler zu finden." Es müsse darüber beraten werden, wo die Vereine eine neue Bleibe finden könnten — "und wie das finanziell gestemmt werden kann", so die Bürgermeisterin. Michael Heesch, der Leiter der Projektgruppe Bad, wird laut Kwasny heute mit den Sportschützen ein weiteres Gespräch führen.

Morgen soll bei einer Ortsbegehung erneut nach einer Lösung gesucht werden. Für Helmut Faßbender ist die Lösung eindeutig. "Mangels adäquater Bauten müsste uns die Stadt wohl irgendwo einen Betonwürfel hinsetzen."

(NGZ/rl)