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Grevenbroich: Stadt blitzt mehr Raser

Grevenbroich : Stadt blitzt mehr Raser

Im vergangenen Jahr wurde 23 Rasern der Führerschein entzogen. So hoch war die Zahl in Grevenbroich noch nie. Auch werden immer mehr Temposünder von dem neuen Radarwagen der Stadt geblitzt und zu Kasse gebeten.

Auf diese Art von Fotos ist vermutlich kein einziger Grevenbroicher scharf – bis auf die Kämmerin: Wenn der städtische Radarwagen im Einsatz ist, werden Raser geblitzt und erhalten einen Fotoabzug ihres Konterfeis nach Hause geschickt – zusammen mit einem überschaubaren Verwarnungs- oder einem saftigen Bußgeld. Je nachdem, wie schnell der Temposünder unterwegs war.

Seit einem halben Jahr lauert eine aufgemotzte Version des Radarwagens auf Verkehrssünder. In ihr sind nämlich zwei Kameras installiert, die beide Fahrtrichtungen zugleich kontrollieren können. Die Stadt Grevenbroich hat 74 000 Euro für diese Technik auf der Höhe der Zeit ausgegeben. Spätestens in diesem Jahr soll sich die Ausgabe bereits amortisiert haben.

Doppelte Kontrolle, doppelte Einnahmen? Ob diese Rechnung unterm Strich so aufgeht, ist noch ungewiss. Denn die Verwaltung ist gerade damit befasst, die genauen Zahlen herauszuarbeiten. Doch eins kann die zuständige Verwaltungsmitarbeiterin Rita Blum schon sagen: "Es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass mit der neuen Anlage deutlich mehr Temposünder fotografiert worden sind."

Die beiden mehr oder weniger versteckten Kameras machen jede Woche ungefähr 300 bis 400 Fotos von zu schnell fahrenden automobilen Zeitgenossen. Dabei wird erst geknipst, wenn der Raser mindestens neun Stundenkilometer schneller als erlaubt unterwegs war. In Tempo-30-Zonen ist das eine hohe Toleranz, denn bis zu 30 Prozent kann ohne negative Konsequenzen schneller gefahren werden als erlaubt.

Es gibt auch Tage, an denen besonders viele Bleifuß-Piloten unterwegs sind. Zum Beispiel am Freitag, 11. Februar: "Da sind insgesamt 134 Fahrzeuge geblitzt worden", berichtet Rita Blum.

Was sie beobachtet hat: "Im vergangenen Jahr ist in 23 Fällen der Führerschein entzogen worden. So viele Fälle hat es in Grevenbroich noch nicht gegeben." Der Lappen ist auf jeden Fall erst einmal weg, wenn der Fahrer mehr als 31 Stundenkilometer zu schnell auf der Straße war.

Es lässt sich sagen, an welchen Stellen besonders häufig gerast wurde. "Vor allem in den Tempo-30-Zonen und an Schulen und Kindergärten", berichtet Blum. Dass dort so viele ertappt wurden, dürfte aber auch an den Knips-Gewohnheiten der Stadt liegen. Denn besonders häufig wird der silberfarbene Wagen eben an Schulen und Kindergärten aufgebaut, um den Nachwuchs vorbeugend vor Unfällen zu schützen.

Besonders als Raser-Strecke beliebt ist die Düsseldorfer Straße. Und dass, obwohl dies eigentlich eine eher enge Straße ist. "Auch die B59 durch Allrath ist eine Straße, auf der häufig viel zu schnell gefahren wird", berichtet Rita Blum.

(NGZ)