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Grevenbroich: Stadt befragt 1500 Eltern zu U3-Plätzen

Grevenbroich : Stadt befragt 1500 Eltern zu U3-Plätzen

Die Stadt nimmt als einzige Kommune im Kreis an einer bundesweiten Studie für den Bedarf an U 3-Betreuung teil. Dafür erhalten nun 1500 Familien einen Fragebogen. Das Jugendamt erhofft sich verlässliche Daten für die Kita-Planung.

Bei Grevenbroicher Familien mit Kindern unter drei Jahren landet bald Post von Bürgermeisterin Ursula Kwasny — mit der Bitte, bei einer Umfrage mitzumachen. Dabei geht's um die Frage, welche Wünsche Eltern für die Betreuung von Unter-Dreijährigen (U3) haben. Die Antworten interessieren nicht nur im Rathaus: Die Stadt nimmt als einzige Kommune im Kreis am bundesweiten Forschungsprojekt "Kommunale Bedarfserhebungen U3" teil.

Insgesamt 92 Kommunen beteiligen sich an der Studie des Forschungsverbundes des Deutschen Jugendinstituts (DJI) und der Technischen Universität Dortmund. Das Bundesfamilienministerium fördert das Projekt. Rund 370 000 Eltern in ganz Deutschland werden in den kommenden Wochen befragt. "Das ist ein außerordentlich wichtiges Projekt", betont Erster Beigeordneter Michael Heesch. "Erstmals wird bundesweit in diesem Umfang ermittelt, wie groß der Bedarf der Eltern an U 3-Betreuung in den nächsten Jahren ist", so Heesch.

Das Land gebe als Messlatte vor, für 32 Prozent der U 3-Kinder eine Betreuung zu gewährleisten, "diese Quote erreichen und übertreffen wir 2014", sagt der Dezernent. Doch die Schätzungen für den tatsächlichen Bedarf "liegen weit auseinander, für Großstädte werden bis zu 50 Prozent genannt", erklärt Heesch: "Die Zahlen aus der Studie helfen uns, exakter planen zu können — damit wir nicht zu viele oder zu wenige Betreuungsplätze schaffen." In dem vierseitigen Fragebogen wird etwa gefragt, "ob Kinder bereits betreut werden, ob Eltern einen Kita-Platz oder eine Tageselternbetreuung möchten und wie viele Stunden in der Woche das Kind betreut werden soll", erläutert Christa Schmitz-Kahmen vom Jugendamt.

Doch es geht dem Forschungsverbund um mehr: "Ermittelt werden soll auch, welche Kriterien dafür ausschlaggebend sind, dass der U 3-Bedarf in einzelnen Regionen, Kommunen und Planungsbezirken zum Teil sehr unterschiedlich ist", erklärt Schmitz-Kahmen. "Geklärt werden soll zudem, ob die Jugendämter in Zukunft anhand von vorgegebenen Auswertungsmodulen selbst Befragungen starten können, um verlässliche Daten zu erhalten." Im Fragebogen werden Eltern unter anderem zur Berufstätigkeit, Familiengröße und zu Schulabschlüssen befragt. "Die Daten bleiben anonym", versichert Projektmitarbeiterin Mareike Thuilot in Dortmund.

Voraussichtlich Ende nächster Woche werden rund 1500 Briefe an Grevenbroicher Familien versandt — die Nothaushaltskommune braucht bei dem Projekt lediglich die Portokosten zu tragen. Eltern, die Fragen haben, können sich laut Stadt an die Leiter der Kindergärten wenden oder an Christa Schmitz-Kahmen im Rathaus unter der Rufnummer 02181 608545.

Jugendfachbereichsleiterin Birgit Schikora bittet die Eltern, die Fragebögen bis zum 5. Juni zurückzusenden. "Wir hoffen, dass möglichst viele Grevenbroicher Familien bei der Befragung mitmachen." Die Ergebnisse sollen laut Stadtverwaltung im Herbst vorliegen.

(NGZ/url)