Grevenbroich: Stadt: Barrieren gegen Mountainbiker

Grevenbroich : Stadt: Barrieren gegen Mountainbiker

Die Stadt hat Barrieren errichtet, um Mountainbiker vom Welchenberg abzuhalten. Obwohl es Proteste gibt, sollen die Absperrungen bleiben. Stadtförster Frank Wadenpohl befürchtet sonst noch größere Naturschäden.

Die Barrieren auf dem Welchenberg müssen weg. Das forderten die Aktiven Bürger (ABG) in der jüngsten Ratssitzung. Gemeint sind die zum Teil mannshohen Absperrungen aus Baumstämmen und Reisig, die von der Stadt im sogenannten "Indianertal" errichtet wurden.

Mit ihrer Hilfe sollen vor allem Mountainbiker aus dem Naherholungsgebiet verbannt werden. "Dagegen gibt es bereits massive Proteste", weiß ABG-Fraktionsvorsitzender Rolf Göckmann. Doch die Stadt bleibt hart: "Die Barrieren werden nicht weggeräumt", sagt Frank Wadenpohl.

Der Stadtförster macht sich nämlich Sorgen um die bis zu 100 Jahre alten Hainbuchen, um das Zittergras und die Maiglöckchen auf dem Welchenberg — nicht ohne Grund, wie er meint: "Fotos aus den vergangenen 20 Jahren belegen, wie sich die Natur dort durch Mountainbiker, aber auch durch Motocross- und Quadfahrer dramatisch verändert hat."

Durch das ständige Befahren der Hanglagen sei das Erdreich erodiert, die Wurzeln einzelner Buchen hätten mit der Zeit den Halt verloren, einige Bäume seien umgekippt. Aber auch die Kleinflora habe Schaden genommen.

Dem habe die Stadt buchstäblich einen Riegel vorgeschoben: "Wir mussten das machen, sonst gibt es diese Waldlandschaft in fünf, spätestens zehn Jahren nicht mehr", erklärt Frank Wadenpohl. Was die Barrieren betrifft, fühlt sich die Stadt auf der richtigen Seite: "Es wurden nur die Pfade gesperrt, die von den Bikern selbst angelegt wurden", betont der Umweltbeauftragte Norbert Wolf: "Die zugelassenen Wege sind weiterhin zugänglich."

Wadenpohl und Wolf stellen klar, dass es ihnen mit dieser Maßnahme nicht darum gehe, junge Leute vom Welchenberg zu vertreiben: "Wir sind nur gegen die Szene, die sich dort entwickelt hat.

Ein Unternehmen aus Düsseldorf fährt regelmäßig den Welchenberg an und vermietet die stadteigenen Flächen — natürlich gegen Cash", ärgert sich Stadtförster Wadenpohl: "Das Nachsehen hat unsere Natur." Er und Norbert Wolf setzen nun auf ein Gespräch am Dienstag im Forstbauhof: Dort werden sie sich mit Mountainbikern treffen, die das "Indianertal" regelmäßig nutzen.

Zwangsläufig wird sich die Politik in den nächsten Wochen weiterhin mit dem Naturschutz auf Grevenbroichs einziger natürlicher Erhebung beschäftigen. Mit Blick auf die Barrikaden auf dem Welchenberg hat die CDU-Fraktion gefordert, im Stadtgebiet spezielle Mountainbike-Wege auszuweisen. "Damit können wir dem Bedarf entsprechen, ohne die Natur zu schädigen", betont Vorsitzender Norbert Gand. Das Thema wird im nächsten Umweltausschuss behandelt.