Millionen-Betrug bei RWE: Staatsanwalt durchsuchte Kraftwerke

Millionen-Betrug bei RWE: Staatsanwalt durchsuchte Kraftwerke

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen zwei RWE Rheinbraun-Mitarbeiter und ein Unternehmen in Bergheim wegen Bestechlichkeit und Betrug. Der Vorwurf: Eine Kesselreinigungsfirma aus Bergheim, die regelmäßig in den drei Kraftwerken Frimmersdorf, Neurath und Niederaußem tätig war, soll jahrelang zu hohe Rechnungen ausgestellt haben.

Die Belege wanderten über den Schreibtisch der RWE Rheinbraun-Angestellten, die beide Augen zudrückten und dafür Bestechungsgeld in die eigene Tasche steckten. Der geschätzte Schaden liegt bei rund sieben Millionen Mark. Bereits Anfang des Jahres hatte RWE Rheinbraun ernste Hinweise auf mögliche Unregelmäßigkeiten erhaltne. Das Unternehmen hatte daraufhin die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, die gleichzeitig eine anonyme Anzeige erhielt.

Am Montag schlug die Justizbehörde zu: Nach Vorermittlungen durchsuchte sie die RWE-Zentrale in Köln, Container in Frimmersdorf, Neurath und Niederaußem sowie Privatwohnungen in Bergheim. Das Unternehmen hat parallel einen Prüfauftrag an die konzerninterne Revision gegeben. "Die Kesselreinigungsfirma ist bereits seit rund 25 Jahren für RWE Rheinbraun tätig", erklärte Regine Appenrodt, Pressesprecherin der Kölner Staatsanwaltschaft am Montag gegenüber der NGZ.

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Die letzten fünf Jahre sollen anhand der sichergestellten Unterlagen überprüft werden. Die Staatsanwaltschaft geht von Defiziten von rund einer bis eineinhalb Millionen Mark pro Jahr aus. Nach Auskunft Appenrodts soll die Firma falsche Arbeitszeiten angegeben und Lohn für Mitarbeiter berechnet haben, die gar nicht vor Ort waren. Ob noch in diesem Jahr Anklage erhoben wird, ist unklar. Zunächst müssen die Unterlagen ausgewertet werden. PeS

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