1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: St. Peter und Paul läutet wieder

Grevenbroich : St. Peter und Paul läutet wieder

Drei Monate lang haben die Glocken von St. Peter und Paul geschwiegen – nach der Erneuerung des Glockenstuhls im Turm stand gestern das Probeläuten an. Grevenbroicher auf dem Marktplatz freuten sich über den Klang.

Drei Monate lang haben die Glocken von St. Peter und Paul geschwiegen — nach der Erneuerung des Glockenstuhls im Turm stand gestern das Probeläuten an. Grevenbroicher auf dem Marktplatz freuten sich über den Klang.

Ein Knopfdruck genügt — langsam beginnt die 2,8 Tonnens schwere Glocke zu schwingen, schaukelt sich hoch, bis der Klöppel anschlägt. Ein dunkler, voller Ton erklingt. Nacheinander setzt Manfred Bethge von der Firma "Petit und Gebrüder Edelbrock" die sechs Glocken in 35 Metern Höhe in Gang. "Alles funktioniert, wir sind zufrieden", sagt der 61-Jährige.

St. Peter und Paul läutet wieder. Rund drei Monate lang hatten die Glocken geschwiegen, der marode Glockenstuhl musste ersetzt werden. Auf dem Marktplatz blickten gestern Morgen Grevenbroicher hoch zum Turm, als sie den Klang erstmals wieder vernahmen. "Es ist schön, dass die Kirchenglocken wieder läuten. Es fehlte etwas", sagt Heinz Füsser aus Barrenstein im Eiscafé nebenan. Seit 2010 wird die katholische Pfarrkirche saniert, seit Januar ist das Gotteshaus geschlossen.

Für Manfred Bethge und seine beiden Kollegen hoch oben im Turm ist das Werk vollbracht. Bereits im vergangenen Jahr waren die ersten Glocken außer Betrieb genommen worden. Die Statik am alten, eisernen Glockenstuhl war bedenklich, zwei Streben waren bereits gebrochen. Ein neuer Stuhl wurde eingebaut — aus Holz. "Dieses Material kann Schwingungen besser aufnehmen", erläutert Bethge.

Doch zunächst mussten viele Tonnen durch ein Nadelöhr transportiert werden. Strebe für Strebe des rund acht Tonnen schweren Glockenstuhls wurde per Seilzug durch die zweieinhalb Meter breite Öffnung hinter einem Uhr-Ziffernblatt gehievt.

Jetzt sind die sechs Glocken — die älteste stammt aus dem Jahr 1509, die vier jüngsten von 1957 — mit ihren Jochen in mehreren Etagen im Glockenstuhl aufgehängt worden. Manfred Bethge kann einiges zur Geschichte der Glocken sagen. "Die Nummer hier zeigt, dass diese Glocke aus dem 16. Jahrhundert im Zweiten Weltkrieg bereits auf dem Glockenfriedhof war, eingeschmolzen werden sollte. Doch sie hat überlebt", so Bethge.

Zunächst wird, wie Pfarrer Willi Steinfort erklärt, "das Angelus-Läuten zu hören sein". Etwa in drei Woche ertönt auch wieder der Stunden-Schlag, dann ist nämlich auch die Kirchturmuhr betriebsfähig. "Da der Glockenstuhl niedriger ist als der alte, müssen wir für die Uhr neue Umlenkrollen einbauen", erklärt Manfred Bethge.

Fast abgeschlossen ist auch die Sanierung des Innenraums der Kirche. "Zurzeit bauen wir die Gerüste ab, Ende nächster Woche sind wir damit fertig. Danach wird der Boden gereinigt", erklärt Architekt Bernd Sokolowski. Für Gottesdienste steht die Kirche aber noch einige Zeit nicht zur Verfügung, zunächst soll der Hochaltar restauriert werden.

(NGZ)