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Grevenbroich: Sprit wird langsam knapp

Grevenbroich : Sprit wird langsam knapp

"Ausverkauft" hieß es am Sonntag und Montag an mehreren Grevenbroicher Tankstellen. Super und Diesel waren wegen des Lkw-Fahrverbotes ausgegangen. Eine Situation, die sich in den kommenden Tagen wiederholen könnte.

Für Autofahrer ist es ein Horrorszenario: Mir dem letzten Tropfen Sprit noch zur Tankstelle geschafft. Und dort dann die ernüchternde Nachricht: "Tut mir leid, der Sprit ist alle."

Sonntag- und Montagmorgen war das für einige Grevenbroicher Autofahrer Realität. Denn durch das Fahrverbot für Gefahrguttransporte am Wochenende konnten manche Tankstellen nicht ihre Vorräte aufstocken. So zum Beispiel die Shell-Tankstelle in Kapellen an der Talstraße: "Wir haben kein Super und kein Diesel mehr", sagte Filialleiterin Katja Behr am Montagvormittag auf Anfrage der NGZ. Nicht nur das Fahrverbot sei der Grund für den Engpass. Zusätzlich hätten auch die Festtage zu der Misere geführt. Denn sie verlängerten die Phase ohne Nachschub.

"Die Kunden sind teilweise aber auch selbst schuld", meint Behr. "Ich habe vergangene Woche immer wieder den Tipp gegeben, die Autos vollzutanken. Doch viele haben dann nur für zehn Euro getankt." Diese Zurückhaltung an der Zapfsäule ist leicht erklärbar: Die Kunden dachten nämlich — zu Recht — dass die Spritpreise vor den Festtagen mal wieder anziehen und nach den Tagen wieder sinken würden. So hätte es sich gelohnt, den Tank erst nach Weihnachten richtig vollzumachen.

Christian Lugt, Geschäftsführer der drei Shell-Tankstellen in Grevenbroich, erklärt: "Wir haben insgesamt Vorratstanks für rund 60.000 Liter. An einem guten Tag können schon mal 50.000 Liter verkauft werden." Montagmittag hing an der Dieselzapfsäule der Tankstelle Kolpingstraße immer noch ein Schild: "Ausverkauft". Doch verärgerte Kunden gab es keine. Denn Lugt bot den Kunden einen besonderen Service: Sie durften das rund 15 Cent teurere V-Racing-Diesel zum niedrigen Dieselpreis tanken. Der Engpass beim Super war Montagmittag behoben.

Aber nicht nur an den Shell-Tankstellen gingen die Vorräte zur Neige. So macht Hannelore Schornstein, Verkäuferin in der Jet-Tankstelle am Rittergut, deutlich: "Bisher waren unsere Tanks noch nie so leer wie jetzt. Wenn wir keinen Nachschub bekommen, dann geht uns morgen oder übermorgen der Sprit aus."

Elvir Gegic, Betreiber der Total-Tankstelle am Jägerhof, hat sich bestens vorbereitet: "Wenn nur noch 20 000 Liter da sind, schlage ich schon Alarm und bestelle bei einem mir gut bekannten Händler in Duisburg Nachschub."

Dass in den kommenden Tagen erneut Kunden in Grevenbroich vor leeren Zapfsäulen stehen, hält Christian Lugt für durchaus möglich: "Wenn es noch mal Fahrverbote für Lastwagen gibt, dann kann es wieder zu Engpässen bei Super und Diesel kommen."

(NGZ)