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Grevenbroich/Neuss: Sportler läuft Halbmarathon in der Arktis

Grevenbroich/Neuss : Sportler läuft Halbmarathon in der Arktis

Günter Becker (40) aus Rosellerheide bestritt nördlich des Polarkreises auf Spitzbergen einen 21,1 Kilometer langen Hindernislauf. Was ihn reizte: die unberührte Natur.

Eigentlich ist Günter Becker auf dem Motorrad zu Hause. Doch gelegentlich sattelt er um. Dann zieht es den 40-jährigen Pressesprecher des Motor-Sport-Clubs (MSC) Grevenbroich in den Norden. Genauer nach Svalbard, besser bekannt als Spitzbergen. Dort nahm der gebürtige Düsseldorfer in diesem Jahr zum ersten Mal an einem Halbmarathon teil — für ihn eine spannende Erfahrung.

Die Reiselust hatte Günter Becker in die Arktis getrieben. "Ich hab im Internet nach Sportveranstaltungen dieser Art gesucht und bin auf den Lauf in Spitzbergen gestoßen", sagt er. Der 40-Jährige hatte sich für eine Besonderheit entschieden: den nördlichsten Marathon der Welt mit Start und Ziel in der Hauptstadt Longyearbyen. Einmal im Jahr lockt diese Veranstaltung etwa 200 Sportler aus allen Regionen der Erde an. Dort hatte es den Sportler hingezogen. "Der Reiz am Lauf in der unberührten Natur hat mich einfach begeistert", sagt Becker.

Eine Stunde, 44 Minuten und acht Sekunden benötigte Becker für die knapp 21,1 Kilometer lange Strecke. "Anfangs kam ich gut weg. War sogar im vorderen Läuferfeld dabei. Doch am Ende musste ich meinem hohem Starttempo Tribut zollen", berichtet Becker. Den Reiz am Marathon sieht Becker besonders an den Hindernissen auf der Strecke. "Es mussten Flüsse durchquert werden, geklettert und viele weitere Hindernisse überwältigt werden", berichtet der 40-Jährige. Eine Strapaze, doch alles hat gut funktioniert: Er belegte den sechsten Platz in seiner Altersgruppe und wurde am Zieleinlauf sogar mit Namen begrüßt. "Die Veranstaltung bleibt trotz der vielen Teilnehmer aus der ganzen Welt in familiärer Atmosphäre. Die Uhren ticken auf der Insel etwas langsamer als in Deutschland — und die Hektik, die ich sonst kenne, liegt gefühlte Tausende Kilometer entfernt", sagt Becker, der in Rosellerheide lebt und in seiner Jugend Fußball in den Reihen der Sportgemeinschaft (SG) Neukirchen-Hülchrath spielte.

Fasziniert zeigte er sich von 61 000 Quadratkilometer großen Inselwelt, die sich etwa 2500 Einwohner mit etwa 3000 Eisbären sowie Rentieren, Polarfüchsen, Walrossen, Robben und Vögeln teilen. "Zurzeit setzt die Eisschmelze ein und die in der Sonne liegenden Berghänge tauen etwas ab. Überall sieht man Bachläufe, die das Schmelzwasser zu den Fjorden transportieren und eine ganz besondere Geräuschkulisse hervorbringen", schwärmt er.

Beruflich ist Günter Becker als Kundenmanager in der Paketdienstbranche aktiv. In seinem Urlaub meidet er "Pauschal-Regionen", bevorzugt werden Ziele wie Nordnorwegen und Korsika.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Neusser Sportler läuft Halbmarathon in der Arktis

(NGZ/url/anch)