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Grevenbroich: Sportler beklagen Zustände im Umkleide-Gebäude

Grevenbroich : Sportler beklagen Zustände im Umkleide-Gebäude

Schimmel, Pilze und bollernde Heizung in Frimmersdorf. Uwe Jansen (DJK Gnadental) beschwert sich bei der Stadt.

Es sei ein munteres Spiel gewesen, das seine Schützlinge bei der SG Frimmersdorf-Neurath ausgetragen hätten. "Neun tolle Treffer und mindestens noch einmal so viele Tor-Chancen auf beiden Seiten - so muss Kinderfußball sein", schwärmt Uwe Jansen, E-Jugend-Trainer der DJK Gnadental. Nur eines hätte den schönen Sport-Tag in Grevenbroich ordentlich verhagelt: der Aufenthalt im Frimmersdorfer Sportplatzgebäude.

"Umkleidekabinen und Duschen sind in einem katastrophalen, ja skandalösen Zustand", beklagt Jansen, der von Pilzen und Schimmel an den Wänden berichtet und einen Legionellenbefall befürchtet. Die Kabine der Heimmannschaft präsentiere sich wie eine offene Baustelle, in den Sanitäranlagen des Gästebereichs laufe die Heizung auf Hochtouren - trotz Außentemperaturen von 20 Grad. In einem Brief an Stadt und Kreis hat Uwe Jansen auf diese Missstände hingewiesen - und er sagt deutlich: "Die Grevenbroicher Stadtväter sollten sich schämen. Wie man sporttreibende Kinder und Erwachsene in einem solchen Umfeld zurücklassen kann, ist mir schleierhaft." In seiner 40-jährigen Tätigkeit als Spieler und Trainer habe er zwar schon einiges erlebt - "aber so etwas noch nicht". Die Zustände seien nicht nur desaströs, sondern schon gesundheitsgefährdend. "Jeder Lebensmittelbetrieb wäre bei solchen Gegebenheiten vom Ordnungsamt längst geschlossen worden", sagt Jansen.

Die im Sportplatzgebäude herrschenden Zustände seien in der Tat "nicht vom Feinsten", berichtet Jürgen Linges, Vorsitzender der SG Frimmersdorf-Neurath. Daher arbeite der Verein intensiv daran, die geplante Umsiedlung nach Neurath voranzutreiben. Wie berichtet, sollen die Frimmersdorfer Anlagen aufgegeben und der Neurather Platz mit einem Kunstrasen ausgestattet werden. "Das alles wird aber wohl noch einige Jahre dauern", sagt Linges. "Daher muss im Gebäude das Nötigste gemacht werden." Eine Grundreinigung sei am Wochenende absolviert worden. Handlungsbedarf bestehe noch in der Mannschaftskabine. Dort liege nach einem Rohrbruch die Wand offen.

Diese Baustelle soll so schnell wie möglich behoben werden, sagt Rathaussprecher Stephan Renner. Der Auftrag sei längst raus. Eine grundlegende Erneuerung des Gebäudes habe die Stadt aber nicht auf der Agenda, weil es für die SG langfristig andere Pläne gibt. "Wir arbeiten das ab, was im Tagesgeschäft ansteht", sagt Renner. Für die Reinigung des Gebäudes sei der Verein zuständig, auch für die Beseitigung von Schimmel. Von einem Befall - wie er von Uwe Jansen beklagt wird - sei im Rathaus aber nichts bekannt, ebenso wenig von Legionellen.

(NGZ)