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Grevenbroich: Spender für Corina gefunden

Grevenbroich : Spender für Corina gefunden

Neue Hoffnung für die an akuter Leukämie erkrankte Corina Zufelde: Für die 44-jährige Grevenbroicherin wurde ein geeigneter Stammzellenspender gefunden. Der Transplantationstermin steht bereits fest.

In der Stimme von Sean Meads schwingt Hoffnung mit, als er die gute Nachricht ausspricht. "Wir haben einen geeigneten Stammzellenspender für Corina gefunden", sagt er. Sean Meads ist der Lebensgefährte von Corina Zufelde. Die zweifache Grevenbroicher Sportlerin des Jahres ist an akuter Leukämie erkrankt. Ohne Stammzellenspende hätte die 44-jährige frühere Profi-Tanzsportlerin nur noch wenige Wochen zu leben. Nun gibt es Hoffnung. "Die Spende bedeutet nicht, dass Corina wirklich wieder gesund wird", weiß Sean Meads. "Aber sie gibt uns die Chance, dass sie überhaupt wieder gesund werden kann."

In den vergangenen Wochen hatte Corina Zufeldes Familie überwältigende Unterstützung aus der Grevenbroicher Bevölkerung erfahren. Allein an der Typisierungsaktion in der TK-Sporthalle beteiligten sich am 1. Juli rund 1000 Bürger. Auch abseits der Aktion ließen sich viele Schlossstädter typisieren — zum Beispiel, in dem sie entsprechende Sets direkt bei der Knochenmarkspenderzentrale (KMSZ) in Düsseldorf beantragten. Anette Herda von der KMSZ teilt denn auch mit: "Wir sind immer noch ganz beeindruckt von der Welle der Hilfsbereitschaft für Corina."

Insgesamt ließen sich in den vergangenen vier Wochen mehrere Tausend Bürger als potentielle Stammzellenspender registrieren, um Corina oder einem anderen Erkrankten zu helfen. Parallel dazu wurde in der weltweiten Datenbank WMDA ("World Marrow Donor Association"), in der die Gewebemerkmale aller Stammzellenspender anonymisiert gespeichert sind, nach einem Spender für Corina Zufelde gesucht. Dieser wurde jetzt gefunden. Seine Gewebemerkmale stimmen auch nach weiteren detaillierteren Untersuchungen mit denen von Corina Zufelde überein. Nach eingehender ärztlicher Untersuchung des Spenders hat dieser seine endgültige Zustimmung zur Entnahme der Blutstammzellen gegeben. Auch der Transplantationstermin steht bereits fest. "Wenn alles gut geht, ist es am 1. August soweit", sagt Sean Meads.

Im Standardverfahren wird das Blut aus einer Armvene entnommen. Unter Zusatz blutgerinnungshemmender Mittel wird es in einem kontinuierlichen Durchflussverfahren in einem Zellseparator aufgetrennt. Ein Teil der Blutstammzellen wird aus dem zirkulierenden Blut abgefiltert, alle übrigen Blutbestandteile fließen kontinuierlich über eine andere Armvene zum Spender zurück. Der Vorgang dauert etwa vier Stunden.

Zuvor sind allerdings einige Spritzen erforderlich: Der Spender bekommt ab dem vierten Tag vor der Entnahme tägliche Injektionen eines Medikaments. Dadurch wird die Konzentration der blutbildenden Zellen erhöht.

(NGZ)