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Grevenbroich: SPD will Anti-Müll-Konzept

Grevenbroich : SPD will Anti-Müll-Konzept

Das Ordnungsamt soll verstärkt gegen Müllsünder vorgehen. Das fordert die SPD heute Abend im Stadtrat. Und sie setzt der Verwaltung eine Frist: Bis Ende Juni soll sie ein wirksames Konzept gegen Müll vorlegen.

Erst vor wenigen Wochen haben 1300 Grevenbroicher beim "Frühjahrsputz" etwa 75 Kubikmeter Müll in Anlagen und auf Spazierwegen aufgesammelt. Das Ergebnis: An vielen Orten sah es wenige Tage später schon wieder so aus wie vor der Aktion. Die Stadt hat ein Müllproblem — und dagegen muss angegangen werden. Das meint die SPD. Heute wird sie die Verwaltung im Rat auffordern, bis Ende Juni ein Konzept vorzulegen. "Dieser Aktionsplan muss konkrete Vorschläge beinhalten, wie Müll nicht nur beseitigt, sondern auch vermieden werden kann", so Fraktionschef Horst Gerbrand.

Wilder Müll: Auf dem Pendlerparkplatz am Gierather Weg wurde sackweise Abfall entsorgt, hinter dem Bahnhof liegt er auf der Straße. Foto: M. Reuter

Schon seit 2007 macht die SPD im Rat auf den "Wilden Müll" im Stadtgebiet aufmerksam — bislang vergeblich. "Leider verschwinden unsere Anträge im Bermuda-Dreieck der Verwaltung — oder sie werden mit dem Hinweis auf Personalmangel abschlägig beantwortet", sagt Gerbrand. Da sich die Müll-Situation in der City und den Stadtteilen zunehmend verschlechtere, müssten nun Nägel mit Köpfen gemacht werden. "Wir brauchen eine grundsätzliche Lösung des Problems", meint Horst Gerbrand.

Wie diese aussehen könnte, haben die Sozialdemokraten in ihrem Antrag formuliert. Wirksame Maßnahmen versprechen sie sich unter anderem von folgenden Aktionen:

Patrouillen Gefordert wird ein verstärkter Einsatz von Ordnungskräften, insbesondere an Wochenenden und bei schönem Wetter.

Glasverbot Die Stadt soll überprüfen, ob ein ganzjähriges Glasverbot auf der Stadtparkinsel und auf den innerstädtischen Straßen durchgesetzt werden kann.

Zusätzliche Reinigung Achtlos weggeworfener Abfall soll häufiger oder sofort nach Bekanntwerden beseitigt werden. "Wo Müll liegt, kommt automatisch weiterer hinzu", meint Horst Gerbrand.

Abfallkörbe Die Stadt soll Standorte und Kapazitäten von Abfallkörben untersuchen. Wo es an "Mülleimern" fehlt, müsse nachgesteuert werden.

Aufklärung Die Grevenbroicher sollen über Broschüren, Vereine und den Jugendrat für mehr Umweltbewusstsein sensibilisiert werden. Die SPD regt zudem mehrsprachige Hinweisschilder mit der Androhung von Bußgeldern an.

"Es muss alles daran gesetzt werden, wieder zu einer nachhaltigen und damit selbstverständlichen Verantwortlichkeit des Einzelnen zurückzukommen", sagt Fraktionschef Gerbrand: "Dies gelingt nur durch Aufklärung und, wenn die Einsicht fehlt, durch Sanktionen."

Wie Rathaussprecher Andreas Sterken gestern auf Anfrage der NGZ erklärte, arbeite die Stadt bereits an einem Anti-Müll-Konzept. Darin würden auch die Forderungen der SPD berücksichtigt.

(NGZ)