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Grevenbroich: SPD kritisiert Kahlschlag auf Elsener Friedhof

Grevenbroich : SPD kritisiert Kahlschlag auf Elsener Friedhof

"Völlig kahl geschnitten" seien Teile des Friedhofs in Elsen – das erklärt die SPD. Sie fordert von der Bürgermeisterin Auskunft über die Gründe.

Eine große "grüne Lunge" für den Stadtteil ist der Elsener Friedhof. Doch die SPD kritisiert, dass das Grün dort besonders stark ,gestutzt' worden sei. "Ganze Bereiche des Friedhofs" seien "völlig kahl geschnitten", bemängelt die Fraktion – und verlangt Auskunft. "Wir bitten um Mitteilung, warum die Wirtschaftsbetriebe Grevenbroich Ende März/Anfang April Hecken, Bäume, Tujas so gerodet und zurückgeschnitten hat", fordern Fraktionschef Horst Gerbrand und Geschäftsführer Daniel Rinkert in einem Schreiben an Bürgermeisterin Ursula Kwasny. In der Kritik stand der Friedhof bereits vor kurzem. Bürger kritisierten, dass nach Regenschauern oft "Land unter" drohe, dass viele nicht gepflasterte Wege im südlichen Teil dann kaum passierbar seien.

Die SPD-Politiker berichten nun vom Zorn von Elsenern zu einem anderen Thema: "Auf dem Friedhof haben scheinbar die Vandalen gewütet", lautet ein Kommentar. Andere kritisierten, dass die Stadt Grünanlagen "unsinnig und unnötig herunterschneidet".

Die Sozialdemokraten, die sich der Kritik anschließen, haben weitere Fragen: "Wie kann es sein, dass noch in der Schutzzeit im März solche Grünrückschnitte vorgenommen würden, sorgen sich die SPD-Politiker um den Vogelschutz in der Brutzeit. Dazu erklärt Stadtsprecher Andreas Sterken: "Nach dem Landschaftsgesetz NRW ist es aus Gründen des Vogelschutzes vom 1. März bis 30. September verboten, Hecken, Gebüsche, Röhricht und Schilfbestände zu roden, abzuschneiden oder zu zerstören", sagt Sterken. Das gelte aber nicht für schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen", so Sterken.

Allerdings müsse vor den Arbeiten geprüft werden, dass keine Nester in den Bäumen oder Büschen sind. "Aufgrund des langen Winters sind wir davon ausgegangen, dass wir bei den Arbeiten im März nicht mit brütenden Vögeln zu rechnen haben", erklärt Rainer Baumgardt, Geschäftsführer der WGV, die für die Pflege der städtischen Friedhofsanlagen zuständig sind. "Den Rückschnitt haben wir nach einem Ortstermin mit dem zuständigen Fachamt der Stadt vorgenommen. Tuja und Rhododendron wurden fachmännisch zurückgeschnitten", sagt Baumgardt.

Im Rathaus gab's gestern zu Art und Umfang der WGV-Arbeiten keine Auskunft: "Wir prüfen die Beschwerden", kündigte Sterken an.

Handlungsbedarf sieht die SPD auch beim Grünabfall-Platz des Friedhofs. "Das Tor ist laufend offen"– Bürger würden das nutzen und Hausmüll abkippen. "Ratsmitglieder haben das Gartenamt darauf aufmerksam gemacht. Das Tor sollte immer geschlossen werden. Es scheint zu viel von der WGV verlangt, dies entsprechend zu handhaben", monieren die SPD-Politiker. "Der Platz ist nur auf zwei Seiten eingezäunt, auf den anderen aber zugänglich. Da erschließt es sich uns nicht, warum ein unverschlossenes Tor jemanden von der illegalen Abfallablagerung abhalten soll", kontert Baumgardt.

(NGZ/rl)