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Grevenbroich: SPD für zweite Gesamtschule

Grevenbroich : SPD für zweite Gesamtschule

Grevenbroichs Politiker diskutieren am Mittwoch über die Zukunft der Schullandschaft. Zwischen den großen Fraktionen gibt es noch keinen Konsens: Die CDU favorisiert die Sekundar-, die SPD eine zweite Gesamtschule.

Die Grünen haben sich für eine zweite Gesamtschule ausgesprochen, auch Linke und Freie Bürger sind dafür. Und sie bekommen nun starke Unterstützung von der SPD: "Auch wir stehen einer zweiten Gesamtschule sehr positiv gegenüber", erklärt Horst Gerbrand. Das sagt der Fraktionsvorsitzende vor allem mit Blick auf die Situation der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in der Südstadt, die in jedem Jahr etwa 120 Schüler abweisen muss: "Dies dokumentiert eindeutig den Elternwillen."

Aus SPD-Sicht könnte die Schullandschaft der Zukunft etwa so aussehen: zwei Gymnasien, zwei Gesamt- und zwei Realschulen — und keine Hauptschule. "Aufgrund der aktuellen landespolitischen Gegebenheiten hat sie ihren Verfassungsrang verloren. Wir benötigen in Grevenbroich keine Hauptschulen mehr, das bietet Chancen", meint Horst Gerbrand.

Durch eine schrittweise Zusammenführung der Hauptschul-Standorte im Stadtzentrum und in Orken könnte etwa eine zweite Gesamtschule realisiert werden, meint der Fraktionschef. Über diese oder andere Möglichkeiten will die SPD detailliert im Rahmen ihrer Haushaltsklausur beraten. Für Gerbrand wichtig: "Wir möchten einen möglichst großen politischen Konsens erzielen und auch die CDU für dieses Vorhaben gewinnen."

Ob die Union ohne weiteres mitziehen wird, ist zurzeit noch offen — denn: "Die CDU tendiert zur neuen Sekundarschule", sagt Irmintrud Berger. Die Vorsitzende des Schulausschusses räumt jedoch ein, dass es noch zu früh sei, um eine Entscheidung für den einen oder anderen Schultypen zu treffen: "Es gibt noch viel Informationsbedarf — das gilt für alle Fraktionen", sagt sie. Schlussendlich wollen auch die Christdemokraten in ihrer Haushaltsklausur über die künftige Schullandschaft diskutieren.

Der Fachausschuss wird das Thema am Mittwoch erneut aufrufen. Schuldezernent Michael Heesch hat für diese Sitzung einen umfangreichen Katalog vorbereitet, den er den Politikern vorlegen wird. Mit Blick auf eine zweite Gesamtschule gibt er zu bedenken: "Sie wird das Wahlverhalten der Eltern sicherlich beeinflussen." So sei zu befürchten, dass auch an den Realschulen weniger Schüler angemeldet würden.

Bis März 2012 wollen die Ratspolitiker darüber entscheiden, wie die Schullandschaft der Zukunft aussehen soll. "Eine schwere Entscheidung", sagt Irmintrud Berger. Gut möglich, dass den Eltern die Frage "Sekundar- oder zweite Gesamtschule?" überlassen wird. Eine diesbezügliche Befragung schließen weder CDU noch SPD derzeit aus.

(NGZ)