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SPD fordert Studie für S-Bahn von Köln über Grevenbroich bis  Düsseldorf

S-Bahn für Grevenbroich : SPD fordert Studie für neue S-Bahn von Köln bis  Düsseldorf

Für eine S-Bahn von Köln bis Düsseldorf machen sich die Sozialdemokraten stark – und sie sehen Chancen für eine Realisierung im Rahmen des anstehenden Strukturwandels.

Dafür sollen jetzt Voraussetzungen geschaffen werden: Die Kreistagsfraktion beantragt für den Kreisfinanzausschuss am 6. März eine Machbarkeitsstudie für die durchgehende S-Bahn von Köln über Bedburg und Grevenbroich bis in die Landeshauptstadt. Sollten die Kosten nicht vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) übernommen werden, sollte der Kreis die Studie übernehmen. Dafür sollen im Haushalt 2019 50.000 Euro eingeplant werden. Der VRR lehnte bislang eine S-Bahn nach Düsseldorf ab.

Seit Jahren setzen sich Fraktionschef Rainer Thiel und andere SPD-Politiker für ein S-Bahn-Drehkreuz in Grevenbroich ein. Während in einigen Jahren die Regionalbahn 27 zur S 6 zwischen Mönchengladbach und Köln umgewandelt werden soll, ist auf der Köln-Düsseldorf-Achse nur ein Torso geplant. Der Verkehrsverbund-Rhein-Sieg will den Abschnitt Köln-Bedburg auf S-Bahn umstellen, beim Nachbarverbund dagegen kann für die angrenzende Strecke „die Notwendigkeit einer S-Bahn aus wirtschaftlichen und verkehrlichen Gründen nicht erkannt werden“, heißt es beim VRR. Die SPD dagegen argumentiert, dass zur Schaffung neuer Arbeitsplätze Verkehrsprojekte nötig seien, dass gut vertaktete Verbindungen in die Großstädte „Mobilität schaffen“. Die Machbarkeitsstudie sei eine gute Grundlage, um das Vorhaben als „Projekt in eine besondere Förderung des Landes im Rahmen des Strukturwandels einzubringen“, heißt es im Antrag.

Den begründet die SPD mit einem ganzen Bündel von Argumenten. Die Einwohnerzahl im Kreis werde weiter steigen, zudem nehme der Anteil alter Menschen zu, dafür sei ein „gut ausgebauter, barrierefreier ÖPNV“ erforderlich. Die im VRR-Stationsbericht genannten Defizite in den Bahnhöfen Grevenbroich, Frimmersdorf und Gustorf würden mit dem S-Bahn-Ausbau beseitigt. Zudem benötige die Region Anschluss in Düsseldorf und Köln etwa an den künftigen Rhein-Ruhr-Express (RRX). Dem VRR-Argument, dass die Nachfrage auf der heutigen RB 39 für eine Schnellbahn nicht ausreicht, hält die Fraktion entgegen: „Angebot schafft Nachfrage.“ So habe sich auf der Regio-Bahn (S 28, Kaarst–Mettmann) die Zahl der Fahrgäste von 1999 bis 2017 von täglich 4800 auf 23.000 täglich vervielfacht. „Fahrgäste wünschen einen einfach zu merkenden, dichten Takt“, erklärt Thiel.

Zudem ist laut SPD eine Schnellbahn nach Düsseldorf geeignet, um die Staus auf der A 46 zu verringern.