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Grevenbroich: SPD fordert Senioren-Plan

Grevenbroich : SPD fordert Senioren-Plan

2030 wird laut Prognosen jeder dritte Grevenbroicher 60 Jahre oder älter sein. Die SPD fordert jetzt einen Sozialplan für Senioren. Damit soll geklärt werden, wie die Stadt auf diesen Trend reagieren muss.

Nach einer Forsa-Umfrage fühlte sich jeder fünfte Ältere in Deutschland bereits einmal wegen seines Alters ausgegrenzt. Diese Zahl bestätigt SPD-Fraktionschef Horst Gerbrand bei einer Forderung seiner Fraktion: "Wir brauchen in Grevenbroich einen Sozialplan für Senioren. Damit soll für einzelne Stadtteile und Siedlungen ausgelotet werden, welcher Bedarf für ältere Menschen besteht, wo wir handeln müssen. Ein solcher Plan kann auch ein Beitrag gegen Altersdiskrimierung leisten."

Basis für diesen Plan soll der von Stadt und Kreis erstellte Demografiebericht sein, der laut Stadtsprecher Andreas Sterken Mitte des Jahres vorliegt. Er soll Daten liefern, wie die Stadt bei langfristigen Planungen auf die Bevölkerungsentwicklung reagieren soll. Klar ist bereits jetzt: Der Anteil alter Menschen steigt. Ende 2010 waren laut "IT.NRW Landesdatenbank" knapp 16 200 Grevenbroicher — jeder Vierte — 60 Jahre oder älter, 2030 wird es mehr als jeder Dritte sein (22 230) sein.

"Beim Demografiebericht darf es nicht bleiben. Wir müssen Schlussfolgerungen ziehen, wie wir angesichts des steigenden Durchschnittsalter etwa die Infrastruktur in der Stadt anpassen müssen und nicht unnötig investieren", so Gerbrand.

Handlungsfelder sieht er viele — etwa bei barrierefreien Wohnungen. "Hier leistet der Bauverein Grevenbroich bereits gute Arbeit." Dieser baut in Elsen und am Flutgraben mehrere hundert Wohnungen seniorengerecht um oder ersetzt sie durch Neubauten — Grundlage ist ein mit der Stadt vereinbartes Kommunales Handlungskonzept. Immobilienexperten beobachten zudem bei Älteren einen Umzugstrend in die Nähe der City. Gerbrand gibt zu bedenken, "dass sich nicht jeder die Mieten in der Innenstadt leisten kann. Wir müssen auch an die anderen Stadtteile denken." Ein Problem für Ältere: "Viele Supermärkte liegen am Ortsrand — sind ohne Auto schlecht zu erreichen. Wir brauchen auch Einkaufsmöglichkeiten in den Orten."

Eine weitere Aufgabe sieht der Fraktionschef darin, "der Singularisierung, der Vereinsamung, entgegenzuwirken, die Teilhabe von Senioren am gesellschaftlichen Leben zu fördern." Neben der ZWAR-Gruppe ("Zwischen Arbeit und Ruhestand") hat sich jetzt das Seniorennetzwerk gegründet. "Die Stadt kann bei solchen Angeboten eine wichtige Lotsenfunktion übernehmen, Menschen sagen, wo es Angebote gibt." Wichtig sei ein großes Netzwerk mit Kirchen, Hilfsorganisationen und Vereinen.

Große Kosten für die Nothaushaltskommune sieht SPD-Politiker Gerbrand mit der Erstellung des Sozialplans nicht verbunden "Wir denken, dass 3000 Euro reichen. Der Plan soll in der Stadtverwaltung erstellt werden.

(NGZ/rl)