Grevenbroich: Spatenstich für Seniorenzentrum im Mai

Grevenbroich : Spatenstich für Seniorenzentrum im Mai

Die Neusser St.-Augustinus-Kliniken haben sich für Wevelinghoven entschieden: Im Mai starten die Bauarbeiten für ein hochmodernes Seniorenzentrum am Erftufer. Rund elf Millionen Euro sollen in das ehrgeizige Projekt investiert werden.

Das Projekt wurde im Juni 2011 dem Fachausschuss vorgestellt. Danach wurde es ruhig um das geplante Seniorenzentrum. So ruhig, dass sich viele Wevelinghovener fragten, ob es überhaupt gebaut werden soll. Es wird, signalisierte gestern Thilo Spychalski, Geschäftsführer der St.-Augustinus-Kliniken in Neuss. Die zwei wichtigsten Daten, die er nannte: Im Mai werden die Bauarbeiten starten, in 2015 soll der Seniorenwohnstift "St. Martinus" fertig sein.

Auf dem idyllischen Gelände des ehemaligen St.-Josef-Krankenhauses wird ein hochmodernes Zentrum für Senioren entstehen. Mit dem Neubau sollen zwei denkmalgeschützte Gebäude erhalten bleiben. Das mehr als 300 Jahre alte Gutshaus und die Kapelle werden in den Komplex mit zwei Neubau-Flügeln einbezogen.

"Wir übernehmen in Ufernähe ein rund 10 000 Quadratmeter großes Grundstück in Erbpacht von der katholischen Gemeinde St. Martinus. In den nächsten zwei Jahren entsteht auf der direkt an der Erft gelegenen parkähnlichen Fläche ein Seniorenwohnstift mit 80 Plätzen in komfortablen Einzelzimmern sowie 15 Wohnungen für betreutes Wohnen", so Spychalski.

Die Pfarrgemeinde begrüßt dieses Vorhaben: "Wir freuen uns sehr, dass dieses historische Areal auch weiterhin ganz im Sinne der Stiftung Kruchen genutzt wird", erklärt Helmut Coenen vom Kirchenvorstand. Die Geschwister Josephine und Johann Kruchen waren Gutsbesitzer in Wevelinghoven und vermachten ihr Vermögen seinerzeit der Pfarrei St. Martinus als Stiftung für gemeinnützige Zwecke. Im Jahr 1879 wurde ein Alten- und Waisenheim eröffnet, die St.-Josefs-Anstalt.

Etwa elf Millionen Euro werden die St.-Augustinus-Kliniken auf dem Areal zwischen Erft und Pfarrkirche verbauen. "Die bewegende Geschichte, die dieses Terrain hat, wird sich im Seniorenwohnstift widerspiegeln", verspricht Geschäftsführer Spychalski. "Hier verbindet sich Alt und Neu auf bestechende Weise in Form eines lichtdurchfluteten Zentrums für Senioren, das nicht nur baulich wegweisende Maßstäbe setzen wird. Die Augustiner wollen auch in Wevelinghoven ihrer Philosophie treu bleiben: Das "normale Leben" soll weitestgehend in das Leben der Bewohner integriert werden. "Mit diesem Ansatz haben wir auch in unseren übrigen Seniorenhäusern langjährig gute Erfahrungen gemacht", berichtet Thilo Spychalski. Unter anderem soll ein Café-Restaurant mit großzügigem Biergarten auch Nachbarn und Erholungssuchende anziehen, die in entspannter Atmosphäre am Erftufer verweilen können.

In unmittelbarer Nachbarschaft kümmert sich auch die Pfarrgemeinde um den Erhalt eines denkmalgeschützen Gebäudes: Neben dem Pfarrhaus wird das vom Verfall bedrohte alte Pastorat von 1653 wieder auf Vordermann gebracht. Das Haus soll künftig wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Architekt Klaus Peter Knevels plant unter anderem, das Archiv der Gemeinde in einem Glaskörper unter dem Dach unterzubringen — mit freiem Blick auf das alte Holzgebälk, das kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg gezimmert wurde.

(NGZ/rl)
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