1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Sonntag: Thiel gegen Wimmer

Grevenbroich : Sonntag: Thiel gegen Wimmer

Bei der Landtagswahl vor 20 Monaten gaben 58,3 Prozent der Grevenbroicher ihre Stimmen ab. Morgen können die Wahlberechtigten ab 8 Uhr zur Wahlurne gehen. Bis gestern hatten sich 7796 an der Briefwahl beteiligt.

Heute geben die Parteien in der City noch einmal richtig Gas. In der Fußgängerzone wird Endspurt im "Turbo-Wahlkampf" eingelegt. Dazu hat sich neben Polit-Prominenz wie CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe (51) auch eine Grevenbroicher Rats-Legende angesagt: Der ehemalige Neurather Max Schütt (82) wird mit einem guten Tropfen aus seiner pfälzischen Wahlheimat Monzingen kommen und für "seine" FDP werben.

Morgen haben dann die Bürger das Wort: Insgesamt sind 46 945 Grevenbroicher aufgerufen, ihre Stimme in einem der 50 Wahllokale abzugeben, in denen 400 Helfer für einen reibungslosen Ablauf sorgen werden. Exakt 7796 Wähler (16,6 Prozent) hatten bis gestern Abend, als das Wahlbüro im Alten Rathaus schloss, schon Gebrauch von ihrem Stimmrecht gemacht und per Briefwahl an den vorgezogenen Landtagswahlen teilgenommen. Bei der Wahlbeteiligung insgesamt gibt es aber reichlich "Luft nach oben": 2010 gingen gerade einmal 58,3 Prozent der Stimmberechtigten aus Grevenbroich zur Wahlurne — nach Neuss (57,3 Prozent) das schlechteste Ergebnis in den Kommunen des Rhein-Kreises.

Vor zwei Jahren galt Edmund Feuster als klarer Favorit in seiner Heimatstadt. Doch der SPD-Mann unterlag gegen den Dormagener CDU-Politiker Wiljo Wimmer (51), der direkt in den Landtag einzog. In Grevenbroich verloren die Sozialdemokraten im Mai 2010 größtenteils ihre klassischen Hochburgen, die CDU sah sich danach im Aufwind — obwohl auch sie tüchtig Federn lassen musste.

Zum Schlagabtausch Wimmer/Feuster wird es diesmal nicht kommen. Die SPD schickt Rainer Thiel (60), den Vorsitzenden ihrer Kreistagsfraktion, ins Rennen, der — auf Platz 106 der Landesliste kaum abgesichert — voll auf Sieg setzt. Sein Kontrahent Wiljo Wimmer (Listenplatz 67) zeigt sich siegessicher, er will den Wahlkreis 45 direkt holen. Wie groß am Ende der Abstand zwischen den beiden in der Schlossstadt liegen wird, könnte auch von anderen Faktoren abhängen. Die FDP schickt mit ihrem Neumitglied Dr. Peter Cremerius (58) eine bekannte Persönlichkeit ins Rennen — der Arzt ist Präsident des BSV Grevenbroich und so gut wie auf jedem Schützenfest in der Stadt zu Hause. Einen Listenplatz hat der Newcomer auf dem politischen Parkett allerdings nicht.

Aus Sicht der Grünen — hier kandidiert der Dormagener Martin Knoke (31) — wird vor allem die Frage interessant sein, wie die Piratenpartei abschneiden wird. Im Wahlkreis 45 (Grevenbroich, Dormagen und Rommerskirchen) geht der Student Rafael Kazior (23) aus Dormagen für die "Piraten" an den Start. Für "Die Linke" will Oliver Schulz (37) aus Grevenbroich in den Landtag einziehen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wahlkreis 45 - Die Kandidaten für Grevenbroich, Dormagen und Rommerskirchen

(NGZ/rl)