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Grevenbroich: Sommerzeit: Wenn eine Stunde fehlt

Grevenbroich : Sommerzeit: Wenn eine Stunde fehlt

Die Zeitumstellung in der kommenden Nacht beeinflusst viele Menschen in vielfältiger Weise: Die NGZ fragte bei vier Grevenbroichern nach, wie sie sich auf die neue Zeit einstellen: Ein Arzt, eine Uhrensammlerin, ein Landwirt und ein Schichtarbeiter erzählen.

Heute Nacht um 2 Uhr ist es so weit: Die Uhr wird um eine Stunde vorgestellt. Kaum jemand wird sich dafür extra den Wecker stellen. Ob die Zeitumstellung sinnvoll ist, darüber wird seit der EInführung in Deutschland 1980 gestritten. Das Umstellen selbst ist das kleinste Problem — außer, man sammelt Uhren wie Susanne Leven. Der gestörte Biorhythmus dagegen macht vielen Menschen länger zu schaffen, weiß der Mediziner Dr. Friedrich Korsten.

Dr. Friedrich Korsten weiß, dass sich die innere Uhr nicht so einfach umstellen lässt: "Manche leiden darunter zwei Wochen. Warum, weiß man nicht. Ebenso lässt sich nicht feststellen, ob das Vor- oder das Zurückstellen mehr Probleme macht." Der Ärztliche Direktor im Kreiskrankenhaus Grevenbroich versichert, dass die Umstellung nicht krank macht. Müdigkeit und Gereiztheit seien mögliche Folgen. Foto: Jazyk, Hans

Die innere Uhr ist nicht nur auf gewisse Schlafenszeiten eingestellt, sondern auch auf die Helligkeit. Zwischen 2 und 3 Uhr früh setzt der Körper Stresshormone frei, die den Übergang vom Tiefschlaf bis zum Aufwachen einleiten. Genau diese Stunde verschiebt sich bei der Umstellung auf Sommerzeit. Die Folge: Man ist müde, gereizt, weniger leistungsfähig. Auch der Rhythmus der Tiere ist gestört, insbesondere wenn sich die Futterzeit verschiebt.

Wer heute etwa im Walzwerk bei Hydro Schichtdienst schiebt, hat zwar eine Stunde weniger Arbeit, aber auch weniger Lohn. Dirk Faßbender kennt das — auch wenn er heute um 22 Uhr nach Hause geht.

(NGZ)