Grevenbroich: So soll die Stadt 2012 sparen

Grevenbroich : So soll die Stadt 2012 sparen

Die Chefs der sieben Fraktionen haben Sparvorschläge für Bürgermeisterin Ursula Kwasny angesichts des 52-Millionen-Defizits: Städtische Liegenschaften sollen verkauft, Personal an der Verwaltungsspitze abgebaut werden.

Bürgermeisterin Ursula Kwasny steht vor einem Spagat: Trotz eines Haushaltslochs von 52 Millionen Euro will sie die "Entwicklung der Stadt auch 2012 weiter voranbringen". Diese Spartipps haben die sieben Ratsfraktionen für die Verwaltungs-Chefin:

CDU: Fraktions-Chef Norbert Gand (62) sieht "zahlreiche Sparpotenziale": "In vielen Firmen wird die Gebäudereinigung privatisiert, weil es kostengünstiger ist." Kostensenkung für Grevenbroich: rund 500 000 Euro pro Jahr. Zudem sieht Gand Handlungsbedarf bei den bebauten städtischen Grundstücken: "Hier wäre zu prüfen, was zu verkaufen ist. Neben dem Erlös würden auch die Aufwendungen für Abschreibungen sinken."

SPD: Horst Gerbrand (52), Vorsitzender der SPD-Fraktion, warnt dagegen vor einem Verkauf des Tafelsilbers: "Das bringt uns ebenso wenig weiter wie höhere Gebühren." In Grevenbroich gebe es — wie in vielen anderen Kommunen — ein strukturelles Defizit. Er hofft auf mehr Geld von Bund und Land.

FDP: Liberalen-Fraktions-Chef Manfred Hermanns (68) meint, dass "erstmal die bereits gemachten Spar-Vorschläge umgesetzt werde sollten". Er warnt davor, nicht so viel zu sparen, "dass in Grevenbroich die Lichter ausgehen".

Bündnisgrüne: Fraktions-Chef Dieter Dorok (60) will sich bei den Etatberatung Hilfe von Ingo Kolmorgen, Vorsitzender der Dormagener Grünen, holen: "Dormagen ist bei der Einwohnerzahl mit Grevenbroich vergleichbar, hat aber deutlich niedrigere Schulden." Auch Dorok sieht Handlungsbedarf bei den städtischen Immobilen, etwa der Erfthalle: "Sie sollte entweder in private Hände gegeben oder abgerissen werden."

UWG: Hildegard Florack (70) hat fünf Vorschläge: "Die Gutachterkosten reduzieren; beim Start von Bauprojekten auch die Folgekosten berücksichtigen; den Verkauf von nicht benötigten städtischen Immobilien; die Reduzierung von städtischen Wasserflächen (etwa von Lehrschwimmbecken in Neurath, Frimmersdorf und Wevelinghoven; Verschlankung der Verwaltung auf Führungsebene."

ABG: Rolf Göckmann (54), Vorsitzender der "Aktiven Bürger Grevenbroich" hat diese Sparvorschläge: "Der Verwaltungsapparat ist viel zu breit." Städtische Liegenschaften sollten auf Verzichtbarkeit untersucht werden, als Beispiel nennt Göckmann das Standesamt. Auch könnten städtische Gebäude gegen einen symbolischen Betrag an Vereine übergeben werden. "Generell muss etwas auf der Ausgabenseite geschehen", so Göckmann.

Linke/FBG: Walter Rogel-Obermanns (58), Fraktions-Chef der Linken/Freie Bürger Grevenbroich, rät, alle Gutachten und Bauprojekte zu prüfen: "Bei Straßensanierungen sollte nicht gespart werden. Sonst entstehen höhere Kosten."

(NGZ/rl)
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