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Grevenbroich: So plant der Investor fürs schnelle Internet

Grevenbroich : So plant der Investor fürs schnelle Internet

Die Stadt und die Firma "Deutsche Glasfaser" wollen flächendeckend schnelles Internet bieten. Im Kreis Heinsberg ist die Firma schon aktiv.

Bürgermeisterin Ursula Kwasny hat erstmals offiziell bestätigt, dass die Stadt zeitnah mit einem flächendeckenden Glasfasernetz ausgestattet werden soll. "Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass aufgrund guter Zusammenarbeit zwischen dem Gas- und Wasserwerk und der Wirtschaftsförderung Grevenbroich eine Kooperation mit der Deutschen Glasfaser GmbH für einen flächendeckenden Ausbau in ein Hochleistungsnetz in Grevenbroich gefunden worden ist", erklärte sie auf Anfrage unserer Zeitung. "Umliegende Kreise haben bereits gute Erfahrungen mit diesem Anbieter gemacht."

Dazu zählt der Kreis Heinsberg. Dort ist die Firma "Deutsche Glasfaser" aktiv. Das Vorgehen kann als Modell für die Pläne in Grevenbroich betrachtet werden. Das bestätigt Manfred Zaunbrecher, dessen Agentur für die gesamte Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit von der "Deutsche Glasfaser" beauftragt ist. Die NGZ hat sich das Beispiel Heinsberg angeschaut und das mögliche Vorgehen für die Schlossstadt zusammengefasst.

Was plant die "Deutsche Glasfaser"? In vielen Grevenbroicher Stadtteilen klagen Bürger über lahmes Internet. Ein Glasfasernetz würde dieses Problem lösen und Übertragungsgeschwindigkeiten von 100 MBit pro Sekunde beim Down- und Upload ermöglichen.

Was kostet der Ausbau? Für die Kommunen und Bürger ist er kostenfrei. Im Kreis Heinsberg investiert die "Deutsche Glasfaser" rund 125 Millionen Euro. Das teilt Dr. Joachim Steiner, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Heinsberg, mit. Zu den geplanten Investitionen in der Schlossstadt gibt es bislang keine offiziellen Angaben. Hinter verschlossenen Türen war zuletzt von rund 45 Millionen Euro die Rede.

Was ist Voraussetzung für den Ausbau? Eine bestimmte Anzahl von Haushalten muss das neue Netz nutzen. Die Quote kann von Bezirk zu Bezirk unterschiedlich sein, liegt aber in der Regel bei 40 Prozent. Die "Deutsche Glasfaser" startet vorher eine Informationskampagne. Im Kreis Heinsberg läuft diese zurzeit, die ersten Ortschaften dort haben die Quote bereits erreicht.

Wie geht es dann weiter? Die "Deutsche Glasfaser" kooperiert mit Internetanbietern wie NEW Energie, Net Aachen und Flink, dem hauseigenen Anbieter des Unternehmens. Diese bieten unterschiedliche Tarife und Pakete für Telefon, Internet und HD-Fernsehen an. Bürger, die das neue Netz nutzen möchten, müssen sich für zwei Jahre an einen dieser Anbieter binden.

Wie finanziert die "Deutsche Glasfaser" die Investition? Hinter dem Unternehmen steht ein niederländischer Investor. "Er plant mit einer Amortisierung der Investition innerhalb von 17 bis 20 Jahren. Bei vielen anderen Unternehmen muss diese innerhalb von fünf bis sieben Jahren erfolgen", sagt Zaunbrecher.

Wann geht's in Grevenbroich los? Die Gespräche darüber laufen. Bei der "Deutsche Glasfaser" steht am kommenden Mittwoch ein internes Meeting an, bei dem es auch um Grevenbroich geht.

(NGZ/rl/top)