Grevenbroich: Skater jagen Trecker

Grevenbroich: Skater jagen Trecker

In Bedburg kommt es am 28. März zum Kräftemessen: Speed-Skater wollen dann in einem Show-Rennen beweisen, dass sie schneller sind als 170 PS-starke Trecker. Im ADAC-Fahrsicherheitszentrum gab es jetzt die Generalprobe.

Insgeheim wartet man darauf, dass Thomas Gottschalk jede Sekunde um die Ecke biegt und ein "Top, die Wette gilt" über den Asphalt des ADAC-Fahrsicherheitszentrums schleudert. Und, noch ein bisschen insgeheimer, wartet man auf dessen Assistentin Michelle Hunziker. Das liegt nahe, wenn es um Männer und Motoren geht – und um eine Wette, die ziemlich verrückt klingt.

So genannte Speed Skater – dabei handelt es sich um die Rasantesten unter den Inline-Skatern – wollen zeigen, dass sie schneller über den Asphalt jagen als 170-PS-starke Trecker, die eine Geschwindigkeit von 58 Kilometer pro Stunde erreichen. Am 28. März kommt es zum Show-Down beim Rollsport-Tag in Bedburg. Die Generalprobe gab es nun im ADAC-Fahrsicherheitszentrum.

Daniel Pütter gehört zu den erfahrensten Athleten. Der 40-Jährige Speed-Skating-Trainer war 2003 Deutscher Meister über 1500 Meter. Kurz bevor es auf die Strecke geht, stellt er in Richtung Trecker-Fahrer klar: "Wir schlagen euch." Wäre das, wenn es gelingt, nicht tatsächlich was für "Wetten, dass. . ."? "Nein", sagt Pütter. Seine Konzentration gilt dem Kräftemessen beim Rollsport-Tag. Gedanken an Thomas Gottschalk und vor allem Michelle Hunziker würden da nur ablenken.

Außerdem sind da ja auch noch die Zweifel am Sieg der Skater. Otto Hoffmann steuert einen der Trecker. Rasant rollt er über den Asphalt, in den Kurven sollte man sich als Beifahrer gut festhalten. "Die Skater haben keine Chance", sagt Hoffmann. "Wir sind schon mal zu einem ähnlichen Wettbewerb gegen Radfahrer angetreten. Die hatten gegen uns Treckerfahrer klar das Nachsehen."

Während sich die ersten Skater bei der Generalprobe an das Unternehmen "Treckerjagd" machen, wird am Streckenrand eifrig geflachst. Doch Daniel Pütter und Tim Kaldenhoff (13) verblüffen mit ihren Speed-Skating-Künsten. Sie deuten an, dass der Sieg möglich ist. Der Modus: Der Trecker fährt voraus, die Skater verfolgen ihn. Bleiben sie an ihm dran und berühren vor dem Ziel die an der Rückseite des Treckers angebrachte Holzwand, haben sie gewonnen.

Die etwa Tischtennisplatten-große Holzwand erfüllt aber noch einen anderen Zweck: Sie hilft den Skatern zu bremsen. Denn an den Speed-Skates mit den großen Rollen, die die Athleten benutzen, gibt es keine Bremsen. Ist das nicht gefährlich? "Nein", wiegelt Daniel Pütter ab. "Wir haben ja bestimmte Fahrtechniken, mit denen wir die Geschwindigkeit drosseln."

Beim Rennen kommt es auch auf die Streckenführung an. Auf langen Geraden sind die Trecker mit ihren 170 PS im Vorteil. In den Kurven sind die Skater schneller. Pütter verspricht "ein spannendes Rennen."

(NGZ)