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Grevenbroich/Mönchengladbach: Sieben Jahre Gefängnis nach Raubüberfall auf Frau

Grevenbroich/Mönchengladbach : Sieben Jahre Gefängnis nach Raubüberfall auf Frau

Knapp zweieinhalb Jahre nach einem brutalen Raubüberfall auf ein einsam gelegenes Haus im Bend hat das Landgericht Mönchengladbach jetzt einen der Täter zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt.

Der 34-Jährige muss für sieben Jahre in Haft. Das Gericht verurteilte den vielfach vorbestraften Mann wegen besonders schweren Raubes. Der Fall hatte unter anderem auch im ZDF bei "Aktenzeichen XY" für Schlagzeilen gesorgt. Hier hatte Moderator Rudi Cerne mit Hilfe der Kreispolizeibehörde im vergangenen Jahr über den Fall berichtet. Kurz danach wurde Vasile T. (Name geändert) von Österreich nach Deutschland ausgeliefert. Der Rumäne hatte in der Alpenrepublik in Haft gesessen.

Ein internationaler DNA-Abgleich hatte die Polizei auf die Spur des Mannes gebracht. Obwohl er vor Gericht eine Beteiligung an dem Überfall im Bend bestritt, war sich die zuständige Strafkammer um Richter Helmut Hinz letztlich sicher, dass der Angeklagte einer der Täter gewesen sein muss. "Die Kammer geht davon aus, dass der Angeklagte und zwei weitere Komplizen am Tatabend im Dezember 2010 in das Haus eingedrungen sind", so Gerichtssprecher Phil Schabestiel: "Die Täter hatten ein Fenster im Erdgeschoss eingeschlagen und anschließend alle Räume durchsucht." Hausbesitzerin Helene K. schlief derweil in der ersten Etage, ihre Zimmertür hatte die Rentnerin aus Vorsichtsgründen abgeschlossen. "Die Täter haben die Tür aber aufgebrochen und sind dann auf die Eigentümerin getroffen", so Schabestiel.

Massive Gewalt

Mit massiver und brachialer Gewalt sei die Bande gegen die Frau vorgegangen. Helene K. erlitt eine Vielzahl von Brüchen, Prellungen und schwersten Kopfverletzungen. Sie kann sich bis heute nicht an das Geschehen erinnern, leidet aber dennoch unter Angstzuständen. Letztlich flüchteten die Täter mit wenigen Hundert Euro und einem Laptop. Für die Flucht nutzte die Bande das Auto von Helene K. — der Skoda wurde einige Tage später in Pulheim gefunden. "In diesem Fahrzeug wurden DNA-Spuren des Angeklagten sichergestellt", so Schabestiel. Letztlich sei es durch eine Gesamtauswertung der vorliegenden Indizien zu der Verurteilung gekommen, so das Gericht.

Schlussendlich folgte Richter Helmut Hinz mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Auch sie hatte sieben Jahre Gefängnis gefordert. Die Verteidigung dagegen hatte einen Freispruch beantragt. Sie kann gegen die Entscheidung noch Revision einlegen. Wer bei dem Einbruch die beiden mutmaßlichen Komplizen von Vasile T. waren, wissen die Ermittler indes noch nicht. Immerhin hat noch ein weiterer Mann Spuren hinterlassen: Sein Fingerabdruck wurde auf einer Wasserflasche gefunden, die im Fluchtwagen entdeckt worden war.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Spektakuläre Fälle aus der Region bei "Aktenzeichen XY"

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